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Industriekrise 2025: Umsatzrückgänge und massiver Stellenabbau verschärfen Lage

Arbeiter in einer Fabrik
Foto: Pexels

Key takeaways

Die deutsche Industrie verzeichnet 2025 erneut Umsatzrückgänge und tiefgreifenden Stellenabbau. Besonders die Auto-, Metall- und Textilbranche verlieren massiv an Beschäftigung. Zugleich steigt die Zahl der Insolvenzen deutlich. Eine Erholung ist 2026 kaum zu erwarten.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die deutsche Industrie hat 2025 ein weiteres Krisenjahr erlebt. Nachdem die Umsätze bereits 2024 deutlich geschrumpft waren, sank der Branchenumsatz im vergangenen Jahr erneut – diesmal um 1,1 Prozent, im Schlussquartal sogar um 1,4 Prozent. Die schwache Entwicklung zieht spürbare Folgen nach sich: Industrieunternehmen bauten 2025 laut aktuellen EY-Industriebarometer rund 124.000 Stellen ab, ein Minus von 2,3 Prozent. Seit 2019 ging damit jeder zwanzigste Arbeitsplatz verloren – insgesamt 266.200 Jobs.

Breiter Stellenabbau – besonders in der Auto- und Metallindustrie

Am deutlichsten zeigt sich der Abwärtstrend in der Automobilindustrie. 2025 fielen dort fast 50.000 Stellen weg, seit 2019 addiert sich der Verlust auf 111.000 Arbeitsplätze. Damit hat die Branche innerhalb von sechs Jahren rund 13 Prozent ihrer Belegschaft verloren. Auch die Textilindustrie steckt tief in der Krise: Seit 2019 ging die Beschäftigung um 16 Prozent zurück. Die Metallindustrie verzeichnete ebenfalls starke Einbußen und verlor seit 2019 rund 13 Prozent ihrer Arbeitsplätze.

Zwei Branchen konnten sich dem Negativtrend hingegen entziehen: Die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die Elektroindustrie bauten ihre Beschäftigung seit 2019 leicht aus. Mit Zuwächsen von drei beziehungsweise zwei Prozent gelten sie als Stabilitätsanker innerhalb einer ansonsten angeschlagenen Industrielandschaft.

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Umsatzschwäche als Haupttreiber der Krise

Die rückläufigen Beschäftigtenzahlen spiegeln die anhaltende Umsatzschwäche wider. Seit 2023 sind die Industrieumsätze kumuliert fast um fünf Prozent gesunken. Besonders betroffen waren 2025 die Automobil-, Papier- und Textilindustrie, deren Umsätze jeweils um rund drei Prozent zurückgingen. Die Metallindustrie konnte dagegen einen Zuwachs von drei Prozent verzeichnen – allerdings nach zwei Jahren deutlicher Rückgänge.

Laut dem aktuellen EY-Industriebarometer handelt es sich nicht um eine kurzfristige Delle, sondern um eine strukturelle Krise. „Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise – und eine Trendwende ist nicht in Sicht“, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner Assurance bei EY Deutschland. Viele Unternehmen hatten lange versucht, Beschäftigung trotz Rezession zu halten. Inzwischen gebe es jedoch kaum Hoffnung auf eine schnelle Erholung, sodass weitere Stellenstreichungen im laufenden Jahr wahrscheinlich seien.

Autoindustrie besonders belastet – Insolvenzen auf Höchststand

Die schwierige Lage zeigt sich auch an den steigenden Insolvenzen. Vor allem Automobilzulieferer geraten immer stärker unter Druck. Die globale Absatzschwäche deutscher Hersteller, die schwächere Nachfrage aus den USA und China sowie die Verlagerung von Produktion und Forschung ins Ausland belasten die Struktur am Standort Deutschland erheblich. Hinzu kommt ein langsamer als erwartet verlaufender Hochlauf der Elektromobilität, der viele mittelständische Zulieferer vor kaum lösbare Herausforderungen stellt.

Die Folgen sind regional bereits deutlich sichtbar: In klassischen Auto-Regionen steigen Arbeitslosigkeit und Haushaltsdefizite, Perspektiven für Berufseinsteiger verschlechtern sich. Laut Brorhilker werden die strukturellen Auswirkungen der Autokrise in den kommenden Jahren weiter spürbar bleiben.

Inlandsnachfrage sinkt – Exporte dämpfen nur das Schlimmste

Zwar schrumpfte auch der Export 2025 leicht um 0,3 Prozent, doch erwies er sich erneut als stabilisierender Faktor. Die Inlandsnachfrage hingegen brach um 1,9 Prozent ein. Viele Unternehmen investieren zu wenig, teils wegen hoher Standortkosten, teils wegen fehlender Zuversicht in eine wirtschaftliche Erholung. Daran konnte bisher auch das Investitionspaket der Bundesregierung wenig ändern.

Besonders alarmierend ist der Blick auf die Insolvenzzahlen: Zwischen Januar und November wurden 1.483 Verfahren eröffnet – elf Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2013. Seit 2021 hat sich die Zahl der Industrieinsolvenzen fast verdoppelt.

Mit Blick auf 2026 bestehen daher nur geringe Chancen auf eine schnelle Erholung. Ohne deutliche Nachfrageimpulse, steigende Investitionsbereitschaft und verbesserte Wettbewerbsbedingungen dürfte sich der Abwärtstrend fortsetzen.

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