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Von Audio bis VR: Meta erweitert sein Brillen-Ökosystem massiv

Nahaufnahme der Meta VR Glasses
Foto: Meta

Key takeaways

➟ Meta erweitert sein Brillenportfolio von günstigen Audio-Modellen bis zu einer leichten High-End-VR-Brille. Display, Entertainment, Arbeit und Muse sollen Smart Glasses schrittweise zu einer eigenständigen Computing-Plattform machen.

Lesezeit ca. 4 Minuten

Meta treibt seine Smart-Glasses-Strategie mit einer ungewöhnlich breiten Produktoffensive voran. Auf der Connect 2026 hat der Konzern neue Audio- und Kamera-Brillen vorgestellt, die internationale Verfügbarkeit seiner Display-Brille ausgeweitet und mit den Meta VR Glasses ein besonders leichtes High-End-System für 2027 angekündigt. Die Produktpalette reicht damit von einem Einstiegsmodell für 249 US-Dollar bis zu einer VR-Brille für 1.299,99 Dollar.

Hinter den einzelnen Geräten steht eine umfassendere Plattformstrategie. Meta verteilt Funktionen, die bislang vor allem Smartphone, Kopfhörer, Notebook, Fernseher oder Spielkonsole übernehmen, auf unterschiedliche Brillenklassen. Bis Ende 2026 will das Unternehmen über Ray-Ban, Oakley und Meta Glasses mehr als 100 unterschiedliche Optionen anbieten.

Meta VR Glasses schrumpfen das Headset auf rund 100 Gramm

Technologisch bilden die für Frühjahr 2027 angekündigten Meta VR Glasses die Spitze des Portfolios. Statt eines klassischen schweren Headsets setzt Meta auf eine rund 100 Gramm leichte Brille. Möglich wird das durch die Trennung von Display- und Sensortechnik einerseits und Rechenleistung, Akku sowie Speicher andererseits. Letztere Komponenten stecken in einem externen Puck, der über eine optische Verbindung mit der Brille gekoppelt wird.

Meta will damit insbesondere Gewicht und Tragekomfort bisheriger VR-Systeme verbessern. Die Brille soll mehrere Stunden lang für Filme, Arbeit oder längere Reisen einsetzbar sein. Zum Einsatz kommen Micro-OLED-Displays, ein sogenanntes 5K Infinite Display mit 37 Pixeln pro Grad, speziell entwickelte Pancake-Linsen sowie Dolby Vision und in die Bügel integriertes Dolby-Atmos-Audio. Die Rechenarbeit übernimmt Qualcomms Snapdragon Reality Elite.

Der externe Akku soll bei hochauflösender Medienwiedergabe bis zu drei Stunden Laufzeit ermöglichen und mit 45 Watt geladen werden können. Der Einstiegspreis von 1.299,99 US-Dollar zeigt zugleich, dass Meta das Gerät zunächst klar im Premiumsegment positioniert.

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Entertainment, Live-Sport und Arbeit sollen VR verbreitern

Meta will die neue VR-Brille ausdrücklich nicht allein als Gaming-Gerät vermarkten. Ein Schwerpunkt liegt auf Filmen und Streaming. Die Meta VR Glasses sollen nach den Planungen das erste IMAX-Enhanced-zertifizierte VR-Gerät werden. Disney+, Prime Video, YouTube, ESPN, HBO Max, Peacock, Paramount+ und weitere Anbieter gehören zu den genannten Content-Partnern.

Auch Live-Sport soll eine größere Rolle spielen. Gemeinsam mit ESPN plant Meta Übertragungen in 8K und mit 180-Grad-Perspektive. Nach dem Marktstart sollen über Partnerschaften mit ESPN, MLB, NBC Sports, TNT Sports und UFC jährlich mehr als 100 immersive Live-Sportevents verfügbar werden.

Parallel positioniert Meta die Brille als mobilen Arbeitsplatz. Nutzer sollen mehrere virtuelle Bildschirme im Raum platzieren können, während Passthrough-Kameras weiterhin Tisch, Smartphone und Umgebung sichtbar machen. Eine reale Oberfläche soll sich zudem virtuell als Tastatur und Touchpad nutzen lassen. Gesteuert wird über Sprache, Blickrichtung und Handgesten.

Meta Ray-Ban Display kommt nach Deutschland

Auch die Meta Ray-Ban Display wird international ausgeweitet. Deutschland gehört neben Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien laut Meta zu den neuen Märkten. Vorbestellungen sollen hierzulande schrittweise ab dem 23. September starten, der reguläre Verkauf ist für den 13. Oktober vorgesehen.

Das integrierte Display blendet Informationen direkt ins Sichtfeld ein. Meta erweitert insbesondere die Navigationsfunktionen: Neben Fußgängerrouten sollen Fahrradnavigation sowie Informationen zum öffentlichen Nahverkehr unterstützt werden. Hinweise können sich stärker an sichtbaren Orientierungspunkten ausrichten, statt ausschließlich Straßennamen zu verwenden.

Hinzu kommen Kalenderfunktionen, Smartphone-Benachrichtigungen und zusätzliche Anwendungen. Mit der neuen „Explore“-Funktion schafft Meta außerdem einen Bereich, über den Nutzer weitere Erlebnisse und Anwendungen für die Display-Brille entdecken können. Damit bewegt sich das Produkt stärker von einem einzelnen Hardwaregerät in Richtung App-Plattform.

Ray-Ban Meta Audio und Gen 3 verbreitern den Einstieg

Am günstigeren Ende des Portfolios positioniert Meta neue Modelle mit weniger komplexer Technik. Die neue Ray-Ban Meta Audio verzichtet auf die Rolle einer Display-Brille und konzentriert sich auf Musik, Podcasts, Telefonate und den KI-Assistenten. Sie wiegt 43 Gramm und soll bis zu zwölf Stunden mit einer Akkuladung funktionieren; das Ladecase bietet laut Meta weitere 48 Stunden.

Das Modell startet für 349 US-Dollar und wird in den Fassungsformen Clubmaster und Burbank sowie 23 Farb- und Gläserkombinationen angeboten. Strategisch tritt Meta damit auch gegen klassische In-Ear-Kopfhörer an und senkt zugleich die Einstiegshürde für Nutzer, die weder Kamera noch Display benötigen.

Parallel bringt der Konzern die dritte Generation der Ray-Ban Meta für 449 US-Dollar. Sie bietet bis zu neun Stunden Akkulaufzeit, ein System aus sechs Mikrofonen, eine 12-Megapixel-Kamera und Videoaufnahmen in 3K Ultra HD. Ein frei belegbarer Action Button ermöglicht den schnellen Zugriff auf Meta AI. Die Gen 3 wird in Aviator, Zena und Wayfarer angeboten.

Muse soll zur gemeinsamen KI-Schicht des Portfolios werden

Über die verschiedenen Geräte hinweg soll der persönliche KI-Agent Muse eine zentrale Rolle übernehmen. Anders als klassische Sprachassistenten soll Muse nicht nur einzelne Fragen beantworten, sondern Aufgaben abarbeiten und längerfristige Ziele in konkrete Aktionen übersetzen.

Gerade Smart Glasses bieten dafür aus Metas Sicht eine besondere Ausgangslage. Die Geräte befinden sich dauerhaft am Nutzer, können über Mikrofone und Kameras dessen unmittelbaren Kontext erfassen und bei Display-Modellen Informationen direkt ins Sichtfeld einblenden. Damit könnte die Brille langfristig zu einer ständig verfügbaren Schnittstelle zwischen Nutzer, Umgebung und persönlicher KI werden.

Parallel verbreitert Meta das Portfolio über neue Fassungen, Sondereditionen und Preispunkte. Modelle wie Capri und Nova kommen hinzu, Kooperationen mit Kylie Jenner und LISA erweitern die Lifestyle-Komponente. Mit einer neuen Adventurer-Version sinkt der Einstiegspreis für Meta Glasses auf 249 US-Dollar.

Damit verfolgt Meta erkennbar keine Strategie der einen Universalbrille. Stattdessen entsteht eine Produktleiter, die Audio, Kamera, Display, VR und KI auf unterschiedliche Preis- und Nutzungsklassen verteilt. Sollte sich diese Strategie durchsetzen, könnten Smart Glasses für Meta von einer Wearable-Nische zu einer eigenständigen Computing-Plattform werden.

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