Der Konkurrenzkampf um Warner Bros. Discovery hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Paramount Skydance hat ein überarbeitetes Übernahmeangebot veröffentlicht, das eine persönliche Garantie von Oracle-Mitgründer Larry Ellison in Höhe von 40,4 Milliarden US-Dollar (ca. 37,2 Mrd. Euro) umfasst. Die Maßnahme soll insbesondere Zweifel an der Finanzierbarkeit des ursprünglichen Angebots ausräumen und den bisherigen Favoriten Netflix, das am 05. Dezember das Übernahmeangebot öffentlich machte, in den Schatten stellen.
Persönliche Garantie statt Stiftungsgeld
Bereits in der ersten Offerte hatte Paramount auf die Mittel der Ellison-Familienstiftung verwiesen, doch das WBD-Board hatte dies als unzureichend abgetan. Nun reagiert Paramount mit einer beispiellosen Zusicherung: Larry Ellison, der mit Oracle auch in die neue US-Einheit von TikTok investieren wird, garantiert persönlich für die gesamte Eigenkapitalfinanzierung sowie mögliche Schadenersatzforderungen gegen Paramount. Zugleich verpflichtet er sich, weder die Familienstiftung zu widerrufen noch ihre Vermögenswerte während der Transaktion zu verändern. Die Stiftung besitzt rund 1,16 Milliarden Aktien von Oracle – ein erheblicher Wertnachweis.
Diese Nachbesserung folgt auf die Zurückweisung des ursprünglichen Angebots durch das Board von Warner Bros. Discovery (WBD). Das Gremium hatte sich stattdessen für eine Transaktion mit Netflix ausgesprochen. Der dort verhandelte Deal basiert auf einer Kombination aus Bargeld und Aktien, mit einer Bewertung von 82,7 Milliarden US-Dollar (ca. 76,2 Mrd. Euro) bzw. 27,75 Dollar je Aktie.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Paramount bietet mehr – in bar
Paramount hatte wenige Tage nach der Netflix-Ankündigung mit einem eigenen Angebot gekontert: 108,4 Milliarden US-Dollar (ca. 99,8 Mrd. Euro) und ein rein bargeldbasiertes Angebot von 30 Dollar je Aktie. Doch WBD bezeichnete dieses Angebot als „illusorisch“ und bemängelte unter anderem unzureichende Sicherheiten bezüglich der Finanzierung.
Mit der neuen Ellison-Garantie und einer Reihe zusätzlicher Anpassungen will Paramount diese Kritik entkräften. So wurde die sogenannte „regulatorische Rücktrittsgebühr“ von 5 auf 5,8 Milliarden Dollar (ca. 5,3 Mrd. Euro) erhöht – ein Signal, wie ernsthaft die Übernahmeabsichten sind.
Kritik an Netflix-Deal und fehlender Transparenz
Paramount kritisiert die bislang veröffentlichten Informationen zum Netflix-Deal. WBD habe keine Bewertung der verbleibenden Geschäftsbereiche veröffentlicht, auch gebe es keine Details zur Berechnung der Schuldenanpassung, die maßgeblich für den endgültigen Wert des Netflix-Angebots sei. Zudem sei die Forderung nach einer persönlichen Ellison-Garantie erst nachträglich öffentlich formuliert worden – während sie im Vorfeld nicht Thema war.
Um dem Wunsch nach mehr operativer Flexibilität nachzukommen, bietet Paramount nun weitergehende Freiheiten für WBD im Hinblick auf Schuldenrestrukturierungen und operative Entscheidungen bis zum Abschluss der Transaktion. Weiterhin bleibt Bedingung, dass WBD 100 Prozent seines Global-Networks-Geschäfts behält.
Letzte Chance für Aktionäre?
Die Frist für die Angebotsannahme endet am 21. Januar 2026. Bereits über 397.000 WBD-Aktien wurden laut Angaben des Abwicklers Equiniti Trust Company eingereicht. David Ellison, CEO von Paramount, betonte erneut die Vorteile der geplanten Übernahme: „Unser Angebot maximiert nicht nur den Aktionärswert, sondern schafft auch langfristige Wachstumschancen für Hollywood.“


