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Paramount startet Angebot für Warner – und Netflix verschickt bereits Emails zum Deal

Grosses Warner Bros Logo
Foto: Unsplash

Key takeaways

Paramount hat ein öffentliches Übernahmeangebot über 108,4 Milliarden Dollar für Warner Bros. abgegeben und geht damit in direkte Konkurrenz zu Netflix. Anders als Netflix will Paramount den gesamten Konzern übernehmen. Kurios ist allerdings, dass Netflix heute bereits seine Kunden über den Deal per E-Mail informiert.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Paramount greift in der Übernahmeschlacht um Warner Bros. zu drastischen Mitteln: Der US-Medienkonzern hat ein öffentliches Barangebot über 108,4 Milliarden Dollar (rund 94 Milliarden Euro) für den Gesamtkonzern Warner Bros. Discovery vorgelegt – deutlich mehr als Netflix, das vergangene Woche eine Offerte im Umfang von 83 Milliarden Dollar unterbreitet hatte. Während Netflix nur das Studio- und Streaming-Geschäft übernehmen will, zielt Paramount mit der feindlichen Übernahme auf den vollständigen Konzern inklusive der Fernsehsender wie CNN.

Kurios mutete dabei an, dass Netflix heute am selben Tag eine E-Mail an seine Kunden verschickte, in der das Unternehmen die geplante Übernahme von Warner Bros. inklusive HBO und der Film- und Fernsehstudios mindestens indirekt als beschlossene Sache darstellt. Obwohl noch behördliche Genehmigungen und natürlich die Zustimmung der Aktionäre ausstehen, kündigt Netflix an, künftig Inhalte wie „Game of Thrones“, „Harry Potter“ und das „DC Universe“ mit eigenen Erfolgsserien wie „Stranger Things“ oder „Squid Game“ unter einem Dach zu vereinen – vorerst jedoch weiterhin auf getrennten Plattformen.

Öffentliches Angebot direkt an Aktionäre

Paramount geht mit seiner Offerte direkt an die Aktionäre von Warner Bros. Discovery (WBD), nachdem der Verwaltungsrat von WBD zuvor ein Engagement mit dem Unternehmen verweigert hatte. Hinter dem Barangebot stehen finanzielle Zusagen der Ellison-Familie und von RedBird Capital, ergänzt durch fest zugesagte Kredite von Bank of America, Citi und Apollo. Das Angebot umfasst 30 US-Dollar pro Aktie, was einem Aufschlag von 139 Prozent auf den ungestörten Aktienkurs vom 10. September 2025 entspricht.

Paramount kritisiert die Netflix-Offerte als finanziell unsicher und regulatorisch riskant. Sie basiere auf einer Kombination aus Bargeld und Aktien sowie auf optimistischen Annahmen zur künftigen Entwicklung des abgespaltenen Geschäftsbereichs Global Networks. Dieser würde laut Netflix-Angebot als hoch verschuldete Einheit bestehen bleiben.

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Strategisches Argument: Stärkerer Hollywood-Konzern

David Ellison, CEO von Paramount, betont, dass das eigene Angebot eine schnellere Umsetzung, höhere Sicherheit und besseren Wert für die Aktionäre bietet. Die Übernahme würde zwei bedeutende Hollywood-Studios vereinen und gleichzeitig das Angebot für Kreative, Konsumenten und Kinos stärken. Paramount plant, beide Studiostrukturen zu erhalten und die Inhalte zu erweitern – inklusive Investitionen in Kinoveröffentlichungen, Streaming-Dienste und Sportrechte.

Durch die Kombination von Paramount+ und HBO Max entstünde ein starker Wettbewerber zu Netflix, Amazon und Disney. Zudem würde ein umfangreiches Portfolio an Sportrechten – darunter NFL, Champions League und Olympia – in einem neuen globalen Medienkonzern gebündelt. Die neue Gruppe sieht sich als technologiegetriebener Player mit engen Partnerschaften zu Oracle und verspricht über 6 Milliarden US-Dollar an Synergien.

Trotz sechs Versuchen in zwölf Wochen, mit WBD in Verhandlungen zu treten, blieb eine Einigung bislang aus. Mit dem öffentlichen Angebot will Paramount die Aktionäre direkt ansprechen – in der Hoffnung, Netflix in letzter Minute auszustechen.

Skepsis in der Trump-Administration

Das Volumen der Übernahme rückt den Deal zunehmend ins Visier von Wettbewerbshütern und Politik. Laut einem Bericht von CNBC betrachtet die Trump-Regierung die Fusion mit „großer Skepsis“. Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren forderte bereits offiziell eine kartellrechtliche Prüfung. In ihrer Stellungnahme sprach sie von einem „monopolistischen Albtraum“, der fast die Hälfte des Streaming-Marktes unter einem Dach vereinen würde.

Neben der Kontrolle über HBO und die Streaming-Sparte würde Netflix oder Paramount durch die Übernahme auch das Warner Bros. Filmstudio erwerben – ein weiterer Schritt in Richtung Marktkonzentration, der Fragen nach der künftigen Vielfalt im Kinosegment aufwirft. In den USA sind bei Transaktionen dieser Größenordnung kartellrechtliche Überprüfungen durch das Justizministerium üblich. Solche Verfahren können sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen.

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