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Frankreich: Shein öffnet Marktplatz wieder für Dritte

Mehrere SHEIN Polybags
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Shein hat den Marktplatzverkauf in Frankreich wieder aufgenommen, nachdem ein Gericht die Sperrung der Plattform ablehnte. Nach einem Skandal um illegale Produkte setzt das Unternehmen nun auf kontrollierte Rückkehr mit ausgewählten Markenartikeln. Gleichzeitig läuft eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs durch französische Handelsverbände.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nach monatelanger Pause hat Shein den Betrieb seines Marketplace in Frankreich wieder aufgenommen. Der Fast-Fashion-Riese hatte den Verkauf von Drittanbieterprodukten im November 2025 freiwillig gestoppt, nachdem illegale Artikel wie kinderpornografische Puppen, Waffen oder Medikamente auf der Plattform entdeckt wurden. Die Wiederaufnahme des Betriebs erfolgt nun schrittweise und unter strenger Kontrolle, wie Modaes berichtet.

Die Rückkehr auf den französischen Markt wurde wenige Tage nach einem Urteil des Pariser Justizgerichts eingeleitet, das den Antrag der Regierung ablehnte, die Seite vorläufig zu sperren. Laut Angaben gegenüber der Zeitung Libération begann Shein stillschweigend mit dem Wiederverkauf von Produkten aus den Bereichen Schmuck, Accessoires, Kosmetik, Deko, Heimwerken, Möbel sowie Spielwaren.

Fokus auf Regulierung und Markensicherheit

Laut eigenen Angaben habe Shein seine Kontroll- und Compliance-Systeme überarbeitet und führe nun „eine schrittweise und streng überwachte Wiedereinführung“ von Drittanbieterprodukten durch. Dabei setze man zunächst auf etablierte und erfahrene Anbieter. Besonders sensibel ist der Bereich Spielwaren: Hier hat Shein bislang ausschließlich Produkte namhafter Hersteller wie Lego, Hasbro und Mattel wieder in den Verkauf genommen.

Ein vollständiger Relaunch des Marketplace-Angebots ist bislang nicht datiert. Shein betont jedoch, dass die Rückkehr „verantwortungsvoll“ und im Einklang mit regulatorischen Vorgaben erfolgen soll. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern sich bereits mit juristischen und politischen Widerständen in Frankreich konfrontiert sieht.

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Juristische Auseinandersetzungen und politische Maßnahmen

Im November 2025 hatten zwölf französische Branchenverbände zusammen mit über 100 Marken Klage gegen Shein eingereicht. Die Kläger werfen dem Unternehmen „unlauteren Wettbewerb“ vor und beklagen eine Missachtung nationaler Regulierungen. Der Fall wird vor dem Handelsgericht in Aix-en-Provence verhandelt, eine erste Anhörung ist für den 12. Januar 2026 angesetzt.

Parallel dazu treibt Frankreich gesetzgeberische Maßnahmen gegen das Geschäftsmodell von Shein und Temu voran. Im Sommer 2025 hatte der französische Senat ein Gesetz verabschiedet, das den Absatz von Neuwaren durch derartige Plattformen einschränken soll. Die Regelung sieht Strafzahlungen von sieben bis zehn Euro pro verkauftem Produkt vor – ein klarer Versuch, das Marktmodell der Ultra-Fast-Fashion-Anbieter zu bremsen.

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