StockX hat im Rahmen seines aktuellen Brand Protection & Customer Trust Reports beachtliche Zahlen zur Bekämpfung von Produktfälschungen vorgelegt. Demnach wurden im Jahr 2024 über 370.000 Produkte im Gesamtwert von rund 74 Millionen Euro abgelehnt, weil sie nicht den internen Prüfstandards entsprachen. Allein im Sneaker-Segment identifizierte das Unternehmen mehr als 30.000 mutmaßlich gefälschte Paare mit einem Warenwert von fast 10 Millionen Euro – ein erheblicher Beitrag zum Verbraucherschutz im Online-Resale.
Auch auf der Anbieterseite hat StockX seine Maßnahmen verschärft. 2024 wurden über 500.000 problematische Verkaufsangebote – sogenannte „bad Asks“ – bereits vor der Veröffentlichung auf der Plattform blockiert. Im Vorjahr waren es noch mehr als 800.000. Der Rückgang zeigt, dass neue Kontrollmechanismen greifen. Zudem verhinderte die Plattform über 90.000 verdächtige Kontoanmeldungen, bevor diese überhaupt in den Verkaufsprozess eingreifen konnten.
Technologieeinsatz im Verifizierungsprozess
Zur Prüfung von Produkten setzt StockX verstärkt auf automatisierte Systeme. Seit 2024 werden Bestellungen mithilfe von Machine-Learning-Modellen mit einem Risikowert versehen. Je höher dieser Score, desto eher wird das Produkt von erfahrenen Prüfern inspiziert. Auf diesem Weg wurden tausende Verkäufer suspendiert, und rund 15.000 verdächtige Artikel gelangten gar nicht erst zum Kunden.
Darüber hinaus nutzt StockX moderne Technologien wie RFID-Scans, um Authentizität zu überprüfen. Seit Einführung des Systems im Jahr 2022 wurden rund 10 Millionen Tags kontrolliert. Bei elektronischen Artikeln kommt inzwischen standardmäßig CT-Scanning zum Einsatz, das durch 3D-Bilder auch innere Produktstrukturen sichtbar macht – ein effektives Mittel gegen hochwertig imitierte Produkte.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Trends bei Fälschungen: Von Luxus zu Mainstream
Der Report zeigt eine deutliche Verschiebung im Fälschungsgeschehen: Nicht mehr ausschließlich hochpreisige, seltene Produkte sind betroffen, sondern zunehmend beliebte Massenprodukte. So führen heute Modelle wie der adidas Campus 00s oder der Samba OG die Liste der am häufigsten gefälschten Sneaker an – gefolgt von Jordan-, New Balance- und Mihara-Modellen. Auch bei Kleidung (z. B. Fear of God) und Accessoires (Supreme) nehmen Fälschungen zu.
Im Sammelbereich sind vor allem die Figuren der Marke Pop Mart betroffen – insbesondere die Labubu-Charaktere, die sich seit Oktober 2024 zur meistgehandelten Sammelmarke auf StockX entwickelt haben. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Professionalisierung und Verbreitung von Fälschungen im gesamten Online-Resale-Markt.
Blick nach vorn: Vertrauen als Kernwert
Laut CEO Greg Schwartz will StockX auch künftig weiter in Technologien und Partnerschaften mit Marken und Behörden investieren. Der Report versteht sich als Fortschrittsbilanz, aber auch als Handlungsanleitung. Ziel bleibt es, das Vertrauen der Käufer zu stärken und neue Standards für Transparenz und Authentizität im Markt zu etablieren.


