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Ernährungsindustrie steigert realen Umsatz – Erwartungen bleiben schwach

Verarbeitung von Mais in einer Fabrik
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

➟ Bei Deutschlands Lebensmittelherstellern verbessern sich Umsatz, Produktion und aktuelle Geschäftslage. Für die kommenden Monate bleibt die Stimmung jedoch gedämpft: Fast ein Drittel der befragten Unternehmen erwartet eine Verschlechterung der Geschäfte.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die deutsche Ernährungsindustrie hat ihren preisbereinigten Umsatz im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,0 Prozent gesteigert. Besonders kräftig entwickelte sich das Auslandsgeschäft mit einem realen Plus von 7,3 Prozent. Im Inland nahm der preisbereinigte Umsatz um 5,2 Prozent zu.

Nominal erwirtschafteten die Lebensmittelhersteller nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) 20,0 Milliarden Euro. Davon entfielen 12,5 Milliarden Euro auf das Inland und 7,5 Milliarden Euro auf das Ausland. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies nominalen Zuwächsen von 1,3 beziehungsweise 1,7 Prozent.

Produktion steigt, Verkaufspreise gehen zurück

Die deutliche Differenz zwischen nominaler und realer Umsatzentwicklung geht mit rückläufigen Verkaufspreisen einher. Die Ausfuhrpreise lagen im Juni 5,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Inlandsverkaufspreise gingen um 3,7 Prozent zurück.

Gleichzeitig erhöhte sich die Produktionsmenge. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex der Ernährungsindustrie lag 3,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

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Agrarpreise entwickeln sich uneinheitlich

Auf den Rohstoffmärkten zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Der FAO Food Price Index stieg im August gegenüber Juli um 1,9 Prozent und lag 2,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark verteuerte sich Zucker mit einem monatlichen Plus von 11,9 Prozent. Auch Milchprodukte, Getreide, Fleisch und pflanzliche Öle legten zu.

In Deutschland bewegten sich die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise dagegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Juni lagen sie insgesamt 13,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor und gingen gegenüber Mai um weitere 1,7 Prozent zurück.

Bei tierischen Erzeugnissen betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 17,8 Prozent. Milch verbilligte sich um 25,4 Prozent, während Eier um 11,0 Prozent teurer waren. Bei pflanzlichen Produkten lagen die Preise insgesamt 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Geschäftslage verbessert sich deutlich

Das Geschäftsklima in der Ernährungsindustrie hellte sich im August auf. Der ifo-Saldo verbesserte sich gegenüber Juli um 4,8 Punkte von minus 16,6 auf minus 11,8 Punkte.

Vor allem die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen weniger negativ beurteilt. Der entsprechende Saldo stieg um 11,1 Punkte von minus 14,8 auf minus 3,7 Punkte. Damit hat sich die Bewertung der gegenwärtigen Geschäftssituation innerhalb eines Monats erheblich verbessert.

Eine Trendwende bei den Erwartungen zeichnet sich allerdings nicht ab. Der Erwartungssaldo für die kommenden sechs Monate verschlechterte sich von minus 18,3 auf minus 19,6 Punkte. Lediglich 12,6 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, während 32,2 Prozent eine Verschlechterung erwarten.

Konsumklima bleibt auf niedrigem Niveau

Auch auf Verbraucherseite bleibt das Umfeld angespannt. Das GfK-Konsumklima lag im August bei revidiert minus 29,4 Punkten. Für September wird zwar eine Verbesserung um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte erwartet, der Indikator verbleibt damit jedoch deutlich im negativen Bereich.

Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im gleichen Zeitraum lediglich um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise 0,4 Prozent höher, während die Verbraucherpreise insgesamt um 2,8 Prozent zunahmen.

Damit trifft eine verbesserte reale Umsatz- und Produktionsentwicklung der Ernährungsindustrie weiterhin auf zurückhaltende Geschäftserwartungen. Die aktuelle Lage hellt sich auf, für die kommenden Monate bleibt die Branche laut BVE-Konjunkturreport jedoch überwiegend pessimistisch.

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