Hitze, Trockenheit und hohe Produktionskosten haben die deutsche Landwirtschaft 2026 erheblich belastet. Der vorläufige Erntebericht des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zeigt über zahlreiche Kulturen hinweg schwächere Mengen und Qualitäten als im langjährigen Mittel. Besonders angespannt ist die Situation regional im Süden Deutschlands, wo beim Futtermittelanbau erhebliche Ertragsverluste erwartet werden.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellt den Betrieben deshalb zusätzliche finanzielle Unterstützung und mehr Liquidität in Aussicht. Gleichzeitig will das Ministerium die Vorsorge gegen Wetterextreme ausbauen und landwirtschaftliche Betriebe langfristig widerstandsfähiger gegen klimatische und geopolitische Risiken machen.
Trockenheit und Hitze setzen Ernten unter Druck
Das Frühjahr und der Sommer waren von außergewöhnlicher Trockenheit und wiederholten Hitzewellen geprägt. Dadurch begann die Ernte früher als üblich. Hohe Temperaturen führten zudem dazu, dass verschiedene Kulturen teilweise gleichzeitig erntereif wurden und der Zeitdruck für die Betriebe zunahm.
Zusätzliche Bewässerung verursachte weiteren Aufwand. Parallel belasten geopolitische Krisen die Energie- und Düngemittelmärkte, während steigende Produktionskosten auf teilweise sinkende Erzeugerpreise treffen.
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Rentenbank-Programm steigt auf 500 Millionen Euro
Um die Zahlungsfähigkeit betroffener Betriebe zu sichern, soll das Darlehensvolumen des Liquiditätshilfeprogramms der Landwirtschaftlichen Rentenbank auf 500 Millionen Euro erhöht werden. Zusätzlich arbeitet das Ministerium daran, EU-Düngehilfen von 60 Millionen Euro an die Höfe weiterzugeben.
Auch bei den Direktzahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik nutzt der Bund nach eigenen Angaben den verfügbaren Spielraum. Das Volumen soll von rund 4,1 Milliarden Euro 2026 auf 4,9 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigen. Betriebe können zudem Stundungen von Sozialversicherungsbeiträgen und bestimmten Pachtraten beantragen.
Wetterrisiken sollen besser abgesichert werden
Neben kurzfristiger Liquidität rückt die Vorsorge gegen künftige Wetterextreme stärker in den Mittelpunkt. Das Ministerium prüft eine Förderung von Mehrgefahrenversicherungen über die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes.
Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst sowie dem Julius Kühn-Institut und dem Thünen-Institut sollen zudem bessere Lagebilder und Informationen zu Dürreperioden entstehen. Krisenübungen für Hitze- und Dürreszenarien sollen die Vorbereitung auf Wasserknappheit sowie mögliche Engpässe bei Lebens- und Futtermitteln verbessern.
Landwirtschaft soll klimaresilienter werden
Langfristig setzt das Ministerium auf klimaangepasste Produktionsmethoden und widerstandsfähigere Kulturpflanzen. Nach eigenen Angaben laufen 240 Züchtungsprojekte für standortangepasste Pflanzen. Über bestehende Förderprogramme werden außerdem unter anderem Bewässerungsanlagen, Waldumbau und Wiederaufforstung unterstützt.
Weitere Maßnahmen sollen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und importierten Düngemitteln reduzieren. Gleichzeitig setzt das Ministerium auf stärkere Agrarexporte, um Absatzmärkte zu diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft zu erhöhen.





