Der deutsche Fahrradmarkt befindet sich nach den außergewöhnlichen Wachstumsjahren der Pandemie in einer Phase der Konsolidierung. 2025 sinkt das Marktvolumen um 5,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro und verzeichnet damit den dritten Umsatzrückgang in Folge. Dennoch liegt der Markt weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Corona-Boom, wie der aktuelle „Branchenbericht Fahrräder 2026“ von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung zeigt.
Straßensporträder, E-Gravelbikes und Kinderfahrräder trotzen dem Markttrend
Während sich der Gesamtmarkt rückläufig entwickelt, setzen einzelne Warengruppen positive Impulse. Besonders Straßensporträder inklusive Gravelbikes konnten ihre Marktanteile ausbauen. Auch innerhalb des insgesamt rückläufigen E-Bike-Marktes gibt es Lichtblicke: So zählen E-Gravelbikes trotz ihres bislang noch kleinen Marktanteils zu den Wachstumstreibern des Jahres.
Auch sonstige E-Bikes wie elektrische Allterrain-Bikes (ATB) entwickeln sich positiv. Zusätzliche Nachfrage kommt von Kinder- und Jugendrädern, die aktuell von den höheren Geburtenzahlen während der Corona-Pandemie profitieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Große Fachmärkte gewinnen Marktanteile – kleinere Händler setzen auf Service
Auch bei den Vertriebsstrukturen zeigt sich eine zunehmende Differenzierung des Marktes. Der Fahrradfachhandel bleibt mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg, innerhalb des Kanals gewinnen jedoch größere Fachmärkte und Filialisten weiter an Bedeutung. Sie profitieren von breiten Sortimenten und großzügigen Präsentationsflächen für E-Bikes und Lastenräder. Gleichzeitig schärfen viele kleinere und mittelständische Händler ihr Profil, indem sie verstärkt auf Werkstatt-, Service- und Reparaturleistungen setzen und so zusätzliche Ertragsquellen erschließen.
Trotz der Konsolidierung bleibt die Zahl der Marktteilnehmer vergleichsweise stabil: Seit 2016 sind lediglich 124 Fahrradhändler aus dem Markt ausgeschieden.





