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Regierung will Alkoholsteuer um 20 Prozent anheben – außer auf Bier und Wein

Wodka Flaschen in einem Supermarkt
Foto: defotoberg / depositphotos.com

Key takeaways

Steigende Abgaben auf Alkohol sollen ab 2027 zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe sichern. Während Spirituosen deutlich teurer werden, bleiben Bier und Wein verschont. Gleichzeitig geraten geplante Steuerentlastungen für kleinere Einkommen zunehmend unter Druck.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Bundesregierung plant eine spürbare Anhebung der Alkoholsteuer und setzt damit auf zusätzliche Einnahmen zur Stabilisierung des Haushalts. Nach aktuellen Plänen des Bundesfinanzministeriums soll die Steuer auf alkoholhaltige Produkte ab 2027 deutlich steigen, wobei insbesondere Spirituosen und schaumweinhaltige Getränke betroffen sind. Dies geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. Ziel ist es, die Einnahmesituation des Staates zu verbessern, während gleichzeitig politische Spielräume für weitere Reformen begrenzt bleiben.

Geplante Steuererhöhung im Detail

Konkret sieht der Entwurf des Bundesfinanzministeriums vor, die Alkoholsteuer um insgesamt 20 Prozent zu erhöhen. Damit würde die Abgabe von derzeit 13,03 Euro auf 15,64 Euro pro Liter reinen Alkohols steigen. Die Anpassung betrifft unter anderem Whisky, Wodka, Sekt, Champagner, Alcopops sowie Likörweine. Bier und Wein bleiben hingegen von der Maßnahme ausgenommen.

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Staat erwartet zusätzliche Einnahmen

Durch die geplante Erhöhung rechnet die Bundesregierung mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro. Die Maßnahme ist Teil eines größeren finanzpolitischen Konzepts, das darauf abzielt, die angespannte Haushaltslage zu stabilisieren. Gleichzeitig bleibt der finanzielle Spielraum für weitere Entlastungen begrenzt.

Abweichung von Expertenempfehlungen

Der Vorschlag bleibt hinter den Empfehlungen einer Expertenkommission zurück. Diese hatte eine deutlich stärkere Anhebung um 40 Prozent sowie eine langfristige Verdopplung der Steuer bis 2029 vorgeschlagen. Mit dem moderateren Ansatz versucht das Finanzministerium offenbar, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen abzufedern.

Mehrheit in Deutschland begrüßt höhere Abgaben

Eine aktuelle Deloitte-Befragung unter gesetzlich Versicherten zeigt überraschend eine klare Präferenz für sogenannte Präventionssteuern statt direkter Mehrbelastungen der Patienten. Eine Mehrheit befürwortet höhere Abgaben auf Alkohol, Tabak sowie zuckerhaltige Getränke und Lebensmittel, um die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen zu stabilisieren. Besonders hoch ist die Zustimmung bei Spirituosen, Bier und Wein sowie Tabak. Deutlich abgelehnt werden dagegen höhere Zuzahlungen, geringere Zuschüsse beim Zahnersatz oder eine stärkere Verlagerung der Kosten auf private Zusatzversicherungen.

Weitere Steuerpläne und offene Finanzierung

Parallel plant das Ministerium auch steigende Abgaben auf Tabak- und Nikotinprodukte. Bis 2030 könnten die Preise für Zigaretten deutlich anziehen. Gleichzeitig steht eine angekündigte Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen unter Vorbehalt, da im aktuellen Haushaltsentwurf offenbar keine ausreichenden Mittel dafür eingeplant sind.

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