Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland gerät zunehmend unter Druck. Eine aktuelle Auswertung von Foodwatch zeigt, dass ein erheblicher Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen nicht durchgeführt wird. Verbraucherschützer sehen dringenden Reformbedarf und fordern mehr Transparenz nach internationalem Vorbild.
Deutliche Lücken bei Pflichtkontrollen
Im Schnitt erfüllen die zuständigen Behörden nur rund 71 Prozent der vorgeschriebenen Routinekontrollen. Damit fällt bundesweit etwa jede vierte Kontrolle aus. Nur ein kleiner Teil der Ämter erreicht die vollständige Umsetzung der Vorgaben, während die große Mehrheit hinter den Anforderungen zurückbleibt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Rückgang seit Reform verstärkt Problem
Im Vergleich zu früheren Erhebungen ist die Zahl der durchgeführten Kontrollen weiter gesunken. Hintergrund ist eine Reform der Überwachungsvorgaben, die zu geringeren Pflichtkontrollen führte. Gleichzeitig wurden insbesondere risikoreiche Betriebe seltener überprüft, was von Fachleuten bereits im Vorfeld kritisch bewertet worden war.
Forderung nach mehr Transparenz
foodwatch sieht in der Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse einen zentralen Hebel zur Verbesserung des Systems. Eine verpflichtende Transparenz würde nicht nur Verbraucher informieren, sondern auch Betriebe zu höheren Standards motivieren. Weniger Verstöße könnten langfristig auch die Behörden entlasten.
Dänemark als mögliches Vorbild
Als Beispiel wird das sogenannte „Smiley-System“ in Dänemark genannt. Dort müssen Betriebe ihre Kontrollergebnisse öffentlich sichtbar machen, zusätzlich sind sie online abrufbar. Dieses Modell hat nachweislich zu einer geringeren Beanstandungsquote geführt und gilt als effektives Instrument zur Stärkung der Lebensmittelsicherheit.


