Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen generative KI wie ChatGPT zur Geschenkesuche. Besonders junge Erwachsene und Familien lassen sich in diesem Jahr digital inspirieren. Laut aktueller NIQ-Studie greifen bereits 29 Prozent der Deutschen auf Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot zurück, bei den 18- bis 29-Jährigen sogar 48 Prozent. In Familien liegt der Anteil bei 44 Prozent – deutlich mehr als in kinderlosen Haushalten.
KI als moderner Geschenkberater
Für viele bedeutet Weihnachten auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein Stück Normalität. 82 Prozent der Befragten möchten sich das Fest nicht durch Krisen verderben lassen. Dennoch sind die finanziellen Spielräume sehr unterschiedlich verteilt. Während manche Konsumenten sparen, geben andere deutlich mehr aus, was den Durchschnitt auf 366 Euro pro Person hebt – 16 Euro mehr als im Vorjahr.
Dabei sind es vor allem Familien, die deutlich tiefer in die Tasche greifen. Haushalte mit Kindern bis 15 Jahre planen Ausgaben von durchschnittlich 512 Euro – ein Plus von 12 Prozent gegenüber 2024. Personen ohne Kinder bleiben hingegen nahezu auf dem Vorjahresniveau. Auch geschlechtsspezifisch bestehen Differenzen: Männer geben mit 419 Euro im Schnitt deutlich mehr aus als Frauen (306 Euro). Der Grund liegt oft in der familiären Rollenverteilung, in der Männer häufiger einen größeren Teil der Ausgaben tragen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Second Hand und Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch
Auffällig ist zudem die wachsende Bedeutung gebrauchter oder wiederaufbereiteter Produkte. Rund 30 Prozent der Befragten möchten Second-Hand-Artikel verschenken – in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sogar fast jeder Zweite. Familien zeigen auch hier eine hohe Bereitschaft: 45 Prozent der Eltern planen den Kauf solcher Produkte, bei kinderlosen Haushalten sind es nur 24 Prozent. Überraschend ist: Mit dem Einkommen hängt diese Entscheidung kaum zusammen. Stattdessen spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle, wie Mathias Friedrichs von NIQ erklärt. Die bessere Verfügbarkeit über Online-Plattformen und die gesellschaftliche Akzeptanz – besonders bei Kinderartikeln – begünstigen diesen Trend.
Ebenso konstant bleibt das Interesse an nachhaltigen und regionalen Produkten: 50 Prozent der Konsumenten achten beim Kauf auf Nachhaltigkeit, 46 Prozent auf die Herkunft aus Deutschland.
Gutscheine gewinnen an Beliebtheit
Ein deutlicher Trend ist der Aufstieg der gekauften Gutscheine. Von Platz sieben im Vorjahr haben sie es 2025 auf Platz zwei der beliebtesten Geschenkarten geschafft. 53 Prozent der Befragten wollen Gutscheine verschenken – vor allem für Produkte oder Geschäfte. Erlebnisgutscheine wie Reisen oder Restaurantbesuche verlieren hingegen an Bedeutung.
Auch der sogenannte Homeing-Trend zeigt sich weiter: Produkte für das Zuhause bleiben beliebt, werden jedoch mit geringeren Budgets bedacht. Die Geschenke insgesamt werden bewusster ausgewählt – persönlicher, aber auch zurückhaltender.
Gespart wird woanders
Neben der eigentlichen Geschenkauswahl zeigen sich Einsparungen vor allem bei Ausgaben außerhalb der Wohnung. 57 Prozent der Befragten möchten während der Feiertage weniger Aktivitäten außer Haus unternehmen – besonders Menschen mit niedrigerem Einkommen. Auch beim Essen wird gespart: Jeder Zweite plant, auf teurere Lebensmittel wie Fleisch oder Wein zu verzichten. Markenprodukte werden zunehmend durch Handelsmarken oder Discounterware ersetzt – ein Trend, der sich seit Jahren verstärkt.
KI etabliert sich in der Alltagsplanung
Die Integration von KI in die Weihnachtsplanung steht beispielhaft für einen gesellschaftlichen Wandel. Neben jungen Erwachsenen und Familien fällt auch ein Zusammenhang mit dem Bildungsniveau auf: 35 Prozent der Akademiker nutzen generative KI, bei Menschen mit mittlerem oder niedrigerem Abschluss sind es rund 25 Prozent. Die neue Technik ermöglicht schnelle, personalisierte Geschenkideen und spart Zeit – ein klarer Vorteil, besonders in komplexeren Familiensituationen.
Die Digitalisierung erreicht damit nicht nur den Handel, sondern auch die Geschenkkultur. KI wird zum Inspirationshelfer – pragmatisch, individuell und zunehmend selbstverständlich.


