Über Länder- und Generationengrenzen hinweg verändern sich die Erwartungen der Verbraucher an den Onlinehandel. Das zeigt die aktuelle „Global Consumer Holiday Shipping Survey 2025“ von Blue Yonder. Demnach planen Konsumenten früher, wollen weniger zahlen – und stellen gleichzeitig höhere Ansprüche an Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit beim Versand.
Liefererwartungen steigen, Vertrauen bleibt niedrig
Mehr als die Hälfte der weltweit befragten Verbraucher (53 %) erwartet, dass Standardlieferungen innerhalb von zwei bis vier Tagen ankommen – in Deutschland liegt dieser Wert sogar bei 64 %. Gleichzeitig äußerten nur 34 % der Befragten hohe Zuversicht, dass ihre Sendungen pünktlich eintreffen. Am höchsten war das Vertrauen im Nahen Osten (51 %), am niedrigsten im Vereinigten Königreich (26 %).
Um Enttäuschungen zu vermeiden, kauft die Mehrheit der Kunden frühzeitig ein: 78 % wollen Geschenke für Personen außerhalb des eigenen Haushalts mindestens drei bis vier Wochen vor den Feiertagen bestellen. Besonders Babyboomer planen sogar mit mehr als einem Monat Vorlauf.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kosten, Komfort und Klima: Konsumenten priorisieren neu
Statt selbst zu verschicken, lassen 86 % der Befragten Geschenke direkt vom Händler an die Empfänger liefern. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten im Nahen Osten (94 %) und in Frankreich (90 %). Jüngere Generationen wie Gen Z und Millennials nutzen diesen Service häufiger als ältere Zielgruppen.
Ein Großteil der Verbraucher zeigt sich zudem wenig zahlungsbereit für Expressversand – allen voran Konsumenten im Vereinigten Königreich (43 %) und den USA (40 %), während nur 11 % der Befragten im Nahen Osten grundsätzlich keinen Aufpreis zahlen würden.
Abholstationen und Paketbündelung als Lösungsweg
Mehr als die Hälfte der Verbraucher (53 %) wäre bereit, Onlinebestellungen im Laden abzuholen, um Versandkosten und Wartezeiten zu sparen. Auch Paketstationen gewinnen an Beliebtheit (42 %). Dabei spielen ökologische Motive eine zunehmende Rolle: 56 % der Befragten würden ihre Bestellungen bündeln, um den Versand nachhaltiger zu gestalten, 34 % akzeptieren längere Lieferzeiten zur Emissionsreduktion, und 23 % wären sogar bereit, eine Gebühr für CO₂-Kompensation zu entrichten.
Fazit: Händler müssen liefern – im doppelten Sinn
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass der Druck auf Händler und Logistikdienstleister steigt. Geschwindigkeit allein reicht nicht mehr aus: Kunden fordern Transparenz, Planbarkeit und ökologische Verantwortung. Unternehmen, die ihre Lieferkette mithilfe von KI effizienter gestalten, könnten sich im hart umkämpften Jahresendgeschäft einen klaren Vorteil sichern.


