L’Oréal hat das Geschäftsjahr 2025 mit soliden Wachstumsraten und einer weiteren Margenverbesserung abgeschlossen. Der Konzern steigerte seinen Umsatz laut Jahresbericht um 4,0 Prozent auf vergleichbarer Basis auf 44,05 Milliarden Euro und erzielte trotz eines schwierigen Währungsumfelds eine operative Marge von 20,2 Prozent. Vorstandschef Nicolas Hieronimus spricht von einem „defining year“, in dem L’Oréal gleichzeitig Wachstum und die umfassende Modernisierung des Geschäfts vorangetrieben habe.
Fortschritte bei Profitabilität und Effizienz
Der Konzern erzielte ein leicht höheres Bruttoergebnis von 74,3 Prozent der Umsätze und eine um 20 Basispunkte verbesserte operative Marge. Effizienzgewinne kompensierten Belastungen durch Währungen und Zölle. Die Forschungsausgaben und Werbeaufwendungen blieben stabil auf Vorjahresniveau, während die Verwaltungskosten prozentual leicht sanken. Der operative Gewinn erhöhte sich auf knapp 8,9 Milliarden Euro.
Unter dem Strich wuchs der bereinigte Nettogewinn um 0,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Der unbereinigte Gewinn lag wegen Sondereffekten unter Vorjahr. Der Konzern hebt dennoch die Dividende auf 7,20 Euro je Aktie an. Der operative Cashflow bleibt stark: Die Mittelzuflüsse stiegen um 7,8 Prozent auf gut 7,2 Milliarden Euro.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Wachstum in allen Divisionen und Schub durch Innovationen
Alle vier Geschäftsbereiche legten 2025 organisch zu. Die Professional Products Division blieb Wachstumsspitzenreiter und überschritt erstmals die Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro. Premium-Haarpflege und ein stärkeres Omnichannel-Modell trugen maßgeblich dazu bei. Auch das Stylingsegment wurde durch die Integration von Color Wow gestärkt.
Im Massenmarktsegment Consumer Products gewann der Konzern durch neue Produktreihen in Haarpflege und Make-up hinzu, unterstützt von einer besonders dynamischen Entwicklung in Nordamerika und in den Schwellenländern. L’Oréal Luxe wuchs moderat, behauptete aber klar die globale Führungsposition im selektiven Beauty-Markt. Besonders Parfums entwickelten sich stark, angeführt von Couture-Marken und Neuheiten von Prada, Valentino, Yves Saint Laurent und Aesop.
Dermatological Beauty, ein strategisch wachsendes Segment, erzielte ein Plus von 5,5 Prozent und legte im Jahresverlauf immer stärker zu. Marken wie La Roche-Posay, SkinCeuticals und CeraVe sorgten für deutliche Marktanteilsgewinne.
Regionale Entwicklung und digitaler Wachstumstreiber
Europa und Nordamerika zeigten eine deutliche Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte. In Nordasien blieb die Lage im Travel-Retail-Geschäft herausfordernd, während Festlandchina eine erkennbar stabilere Dynamik entwickelte. Besonders stark wuchsen die Regionen SAPMENA–SSA sowie Lateinamerika, getrieben durch Haarpflege, Make-up und Parfums.
Der Onlinehandel verzeichnete erneut zweistellige Zuwächse und überschritt erstmals die 30-Prozent-Marke am Gesamtumsatz. E-Commerce blieb in allen Regionen der wichtigste Wachstumsmotor. L’Oréal investierte gleichzeitig weiter in seine Beauty-Tech-Strategie: Das Unternehmen präsentierte auf der CES 2026 neue Infrarot-Technologien für Styling- und Hautpflegegeräte und kündigte ein neues Beauty-Tech-Zentrum in Indien an, das KI-basierte Lösungen entwickeln soll.
2025/26 stand besonders im Zeichen strategischer Weichenstellungen. Mit der geplanten Übernahme von Kering Beauté stärkt L’Oréal seine Position im Luxussegment und erweitert das Portfolio um Marken mit signifikantem Wachstumspotenzial. Gleichzeitig erhöhte der Konzern seinen Anteil am Dermatologieanbieter Galderma auf 20 Prozent, um im ästhetisch-medizinischen Markt stärker präsent zu werden – einem angrenzenden, schnell wachsenden Bereich des Beauty-Geschäfts.
In der Nachhaltigkeitsstrategie erzielte L’Oréal erneut Spitzenbewertungen: Der Konzern erhielt zum zehnten Mal in Folge das Triple-A-Rating der CDP und zählt laut EcoVadis weiterhin zu den besten ein Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen.
Trotz anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich L’Oréal zuversichtlich. Die Kombination aus mehr Innovationen, digitaler Transformation, einer stärkeren Position in Luxus- und Dermatologieprodukten sowie der globalen Markenbreite soll 2026 weiteres Wachstum und eine erneut marktüberdurchschnittliche Entwicklung sichern.



