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Kurz nach Kodi-Übernahme: Mäc Geiz meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an

Stempel mit Schriftzug Insolvent
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Wenige Wochen nach der Übernahme durch Kodi meldet Mäc Geiz Insolvenz in Eigenverwaltung an. Nun stehen alle 183 Filialen auf dem Prüfstand, während steigende Kosten, Konsumflaute und Finanzierungsprobleme den Non-Food-Discounter massiv belasten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nur wenige Wochen nach der Übernahme durch Kodi hat der Non-Food-Discounter Mäc Geiz Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, sind neben der Mäc Geiz Handelsgesellschaft auch die Verwaltungsfirma MTH Retail Services (Germany) betroffen. Der operative Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, doch große Teile des Filialnetzes stehen nun auf dem Prüfstand.

Die Entwicklung gilt als Rückschlag für die Expansionsstrategie von Kodi. Erst Ende Februar hatte das Unternehmen die angeschlagene Handelskette übernommen und angekündigt, beide Marken parallel weiterzuführen. Nun rückt eine umfassende Restrukturierung in den Mittelpunkt.

Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht

Das Amtsgericht Halle (Saale) hat den Restrukturierungsexperten Lucas Flöther als vorläufigen Sachwalter eingesetzt. Die operative Sanierung verantwortet ein Team der Beratungsgesellschaft AndresPartner.

Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt, arbeitet jedoch unter gerichtlicher Kontrolle. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen finanziell zu stabilisieren, rentable Bereiche zu sichern und die Kostenstruktur anzupassen.

Für Kunden und Beschäftigte soll der Geschäftsbetrieb zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Die Filialen bleiben geöffnet, die rund 1.200 Mitarbeiter erhalten vorerst Insolvenzgeld.

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Filialnetz wird umfassend überprüft

Im Mittelpunkt der Restrukturierung steht das bundesweite Filialnetz mit 183 Standorten. Besonders betroffen sind Regionen in Ostdeutschland, darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.

Alle Filialen sollen nun auf Wirtschaftlichkeit, Mietkosten und Standortpotenzial geprüft werden. Branchenbeobachter rechnen damit, dass vor allem kleinere oder margenschwächere Standorte geschlossen werden könnten.

Auch Vermieter geraten dadurch unter Druck. Viele Handelsimmobilien könnten bei einer Schließungswelle schwer nachzuvermieten sein, weshalb Mietnachlässe oder neue Vertragsmodelle wahrscheinlicher werden.

Konsumflaute belastet das Non-Food-Geschäft

Als zentrale Ursachen für die Insolvenz gelten die schwache Konsumstimmung sowie steigende Betriebs- und Energiekosten. Non-Food-Discounter stehen seit Jahren unter zunehmendem Druck, da Verbraucher bei Dekorationsartikeln, Haushaltswaren oder Schreibwaren schneller auf Käufe verzichten.

Zusätzlich erschwert die hohe Preistransparenz im Onlinehandel die Situation stationärer Anbieter. Kunden vergleichen intensiver und kaufen spontaner nur noch eingeschränkt ein.

Hinzu kamen offenbar Probleme bei der Warenfinanzierung. Ende Mai läuft eine bestehende Absicherungsvereinbarung mit der Markant Gruppe aus. Lieferantenforderungen waren bislang über Markant und Allianz Trade abgesichert. Ohne vergleichbare Lösungen steigen die Risiken für Lieferanten deutlich.

Kodi steht vor schwieriger Integration

Für Kodi entwickelt sich die Übernahme damit zu einer strategischen Belastungsprobe. Ursprünglich sollte die Akquisition die Marktposition im Discountsegment stärken und regionale Präsenz ausbauen.

Nun muss das Unternehmen gleichzeitig restrukturieren, Filialen bewerten und mögliche Doppelstrukturen abbauen. Branchenexperten sehen darin zwar auch Chancen zur Bereinigung unrentabler Standorte, warnen jedoch vor möglichen Imageschäden und zusätzlichen Integrationskosten.

Der Fall zeigt zugleich die zunehmende Konsolidierung im deutschen Non-Food-Handel. Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und wachsender Wettbewerbsdruck setzen immer mehr stationäre Händler unter Druck. Ob Mäc Geiz die Sanierung erfolgreich abschließen kann, dürfte maßgeblich von der Unterstützung durch Kodi, der Zusammenarbeit mit Gläubigern und der Geschwindigkeit der Restrukturierung abhängen.

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