Der US-Sportartikelgigant Nike hat im Geschäftsjahr 2026 stabile Umsätze erzielt, gleichzeitig jedoch deutliche Fortschritte bei Profitabilität und Effizienz gemacht. Während die Erlöse auf hohem Niveau stagnieren, sorgen Sondereffekte und strukturelle Maßnahmen insbesondere im vierten Quartal für einen signifikanten Gewinnanstieg.
Umsatzentwicklung zeigt regionale Schwächen
Der Gesamtumsatz lag im Geschäftsjahr bei 46,4 Milliarden US-Dollar und blieb damit nominal unverändert, währungsbereinigt ergibt sich ein Rückgang von zwei Prozent. Im vierten Quartal erzielte Nike 11,0 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einem Minus von einem Prozent entspricht, beziehungsweise minus vier Prozent auf vergleichbarer Währungsbasis. Wachstum in Nordamerika konnte die rückläufige Entwicklung in China sowie in der EMEA-Region nur teilweise kompensieren, wodurch die globale Nachfrage weiterhin uneinheitlich bleibt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Großhandel wächst, Direktgeschäft verliert deutlich
Im vierten Quartal entwickelte sich das Großhandelsgeschäft positiv und erreichte 6,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von vier Prozent. Demgegenüber steht ein deutlicher Rückgang im Direktgeschäft: Die Erlöse von NIKE Direct sanken auf 4,1 Milliarden US-Dollar, was einem Minus von sieben Prozent entspricht. Besonders stark betroffen war der digitale Vertrieb mit einem Rückgang von zwölf Prozent, während die Umsätze in eigenen Filialen um sieben Prozent nachgaben. Auch die Marke Converse verzeichnete mit 244 Millionen US-Dollar einen deutlichen Rückgang von über 30 Prozent.
Margensprung treibt Gewinn massiv nach oben
Ein wesentlicher Treiber der Ergebnisentwicklung war die deutliche Verbesserung der Bruttomarge im vierten Quartal auf 49,2 Prozent, ein Anstieg um 890 Basispunkte. Hintergrund ist vor allem die erwartete Rückerstattung von Zöllen in Höhe von rund 986 Millionen US-Dollar. Dieser Effekt wirkte sich direkt auf den Gewinn aus: Der Nettogewinn stieg auf 1,1 Milliarden US-Dollar, während das Ergebnis je Aktie bei 0,72 US-Dollar lag, wobei allein 0,52 US-Dollar auf den Sondereffekt zurückzuführen sind.
Jahresergebnis zeigt Druck auf Profitabilität
Auf Gesamtjahressicht fiel der Nettogewinn mit 3,1 Milliarden US-Dollar um drei Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Auch das Ergebnis je Aktie sank leicht auf 2,10 US-Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich hingegen moderat auf 42,9 Prozent. Gleichzeitig blieb der Verwaltungsaufwand mit 16,1 Milliarden US-Dollar stabil, während gezielte Anpassungen bei Kosten und Marketingausgaben zur Stabilisierung der Profitabilität beitragen sollen.
Fokus auf Effizienz und langfristige Stabilisierung
Nike arbeitet weiterhin an einer strukturellen Neuausrichtung. Neben der Optimierung des Produktportfolios und einer stärkeren Steuerung der Vertriebskanäle stehen Effizienzmaßnahmen im Vordergrund. Ziel ist es, die operative Performance nachhaltig zu verbessern, die Nachfrage zu stabilisieren und die Profitabilität unabhängig von Sondereffekten weiter auszubauen.





