Die Führungsriege von ProSiebenSat.1 Media SE hat sich klar positioniert: Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären die Annahme des überarbeiteten öffentlichen Übernahmeangebots durch MFE-MEDIAFOREUROPE N.V. (MFE). In einer gemeinsamen ergänzenden Stellungnahme nach § 27 WpÜG vom 6. August 2025 begrüßen sie die verbesserte Offerte, die laut Unternehmen ein starkes Bekenntnis von MFE zum langfristigen Engagement bei ProSiebenSat.1 darstellt.
Deutlich aufgewertetes Angebot
MFE hatte das ursprüngliche Angebot vom 28. Juli 2025 überarbeitet. Neben der unveränderten Barzahlung von 4,48 Euro pro Aktie wurde die Aktienkomponente von 0,4 auf 1,3 MFE-A-Aktien je ProSiebenSat.1-Aktie erhöht. Auf Basis des Schlusskurses der MFE-A-Aktie an der Mailänder Börse vom 4. August 2025 entspricht dies einem Gesamtwert von rund 8,07 Euro pro Aktie – rund 24 % über dem Xetra-Schlusskurs vom 26. März 2025, dem Tag vor Bekanntgabe des ursprünglichen Angebots.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Vergleich mit Konkurrenzangebot von PPF
Das konkurrierende Teilangebot von PPF IM LTD vom 4. Juni 2025 sieht eine reine Barzahlung von 7,00 Euro je Aktie vor und wurde als „best and final“ bezeichnet. MFE übertrifft diese Offerte laut Berechnungen mit einem Aufschlag von etwa 15 %.
Langfristige Synergien als Annahmegrundlage
Die Empfehlung des Vorstands stützt sich insbesondere auf die Annahme wiederkehrender Kostensynergien in Höhe von rund 150 Mio. Euro jährlich auf EBIT-Basis, die in den nächsten vier bis fünf Jahren durch eine vollständige rechtliche Integration von ProSiebenSat.1 in MFE realisiert werden sollen. Diese Einschätzung basiert auf einer ersten internen Analyse und steht unter Vorbehalt. Unsicherheiten bezüglich der tatsächlichen Umsetzung und weiterer Synergiepotenziale – etwa auf der Umsatzseite – bestehen weiterhin.
Keine Empfehlung ohne individuelle Prüfung
Trotz der positiven Bewertung des Angebots durch Morgan Stanley (Beratung des Vorstands) und Goldman Sachs (Beratung des Aufsichtsrats) betonen beide Gremien, dass jeder Aktionär seine Entscheidung individuell treffen sollte. Persönliche Erwartungen zur Kursentwicklung sowie finanzielle und steuerliche Überlegungen sollten in die Überlegungen mit einfließen.


