Der niederländische Online-Apothekenkonzern Redcare Pharmacy N.V., hierzulande unter der Marke Shop Apotheke bekannt, blickt nach einem starken Jahr 2025 optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen stellt in einer neuen Prognose ein Konzernumsatzwachstum zwischen 13 und 15 Prozent in Aussicht und plant zugleich eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent. Damit setzt Redcare seinen Übergang von einer Wachstumsstory hin zu einem profitableren Plattformmodell fort – getragen vor allem vom stark expandierenden verschreibungspflichtigen (Rx) Geschäft in Deutschland.
E-Rezept beschleunigt strukturelles Wachstum
Das digitale Rezept bleibt der zentrale Treiber für Redcares Rx-Dynamik. Seit seiner flächendeckenden Einführung in Deutschland wirkt das E-Rezept wie ein Beschleuniger für den Online-Arzneimittelhandel. Für 2026 erwartet Redcare im deutschen Rx-Segment erstmals Umsätze von über 670 Millionen Euro – ein Meilenstein, der die Marktposition weiter stärkt.
Branchenkenner gehen davon aus, dass der deutsche Online-Rx-Anteil weiterhin deutlich hinter anderen europäischen Märkten zurückliegt. Entsprechend groß ist das Potenzial, das der digitale Rezeptprozess für Anbieter wie Redcare eröffnet: niedrigere Hürden für Verbraucher, effizientere Abläufe und höhere Wiederbestellquoten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Non-Rx-Geschäft wächst moderater
Im margenstärkeren Non-Rx-Segment peilt Redcare ein Umsatzplus von 8 bis 10 Prozent an. Nach außergewöhnlich starken Vorjahren deutet sich hier eine Normalisierung an – bedingt durch ein verhaltenes Konsumklima in Europa und intensiven Wettbewerb im OTC- und Beauty-Bereich.
Gleichzeitig verfolgt Redcare in diesem Bereich konsequent Effizienz- und Profitabilitätsziele. Die avisierte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent zeigt, dass Skaleneffekte zunehmend ergebniswirksam werden. Bereits die jüngsten Geschäftszahlen hatten auf nachhaltige operative Verbesserungen hingedeutet.
Skalierung stärkt das Geschäftsmodell
Strategisch bleibt der Fokus klar: Marktanteile sichern, das Rx-Geschäft weiter beschleunigen und parallel die Profitabilität erhöhen. Mit zweistelligem Wachstum und steigender Marge entwickelt sich Redcare mehr und mehr zum ausgereiften Plattformanbieter, der Skalierung und Effizienz miteinander verbindet.
Wie erfolgreich dieser Kurs verläuft, hängt maßgeblich von der weiteren Verbreitung des E-Rezepts und stabilen regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Sollte sich die aktuelle Dynamik fortsetzen, könnte 2026 für Redcare ein Jahr sein, in dem Wachstum und operative Konsolidierung erstmals gleichermaßen sichtbar werden.


