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Smart City Index 2026: Stuttgart verdrängt München von der Spitze

Panomara Aufnahme von Stuttgart am Abend
Foto: Wolfgang Dieterich / Stuttgart Marketing GmbH

Key takeaways

➟ Im Digitalranking der deutschen Großstädte gibt es einen Führungswechsel. Stuttgart erreicht erstmals Platz eins, während zahlreiche Städte aus dem Mittelfeld kräftig aufholen. Insgesamt steigt das Digitalisierungsniveau der 83 untersuchten Kommunen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Stuttgart ist erstmals Spitzenreiter im Smart City Index des Digitalverbands Bitkom. Die baden-württembergische Landeshauptstadt erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten und verdrängt damit München auf Rang zwei. München kommt auf 92,0 Punkte, Hamburg folgt mit 91,5 Punkten auf dem dritten Platz.

Dahinter liegen Nürnberg mit 91,3 und Düsseldorf mit 90,9 Punkten. Aachen schafft mit 85,5 Punkten erstmals den Sprung unter die zehn bestplatzierten Städte. Insgesamt untersuchte Bitkom für die achte Ausgabe des Rankings alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern.

Stuttgart punktet bei Digitalisierung in der Breite

Stuttgarts Spitzenposition beruht nach Angaben des Verbands vor allem auf einer vergleichsweise ausgewogenen Digitalisierung. Als einzige untersuchte Großstadt landet Stuttgart in allen fünf Kategorien unter den besten zehn.

Bei Energie und Umwelt erreicht die Stadt den ersten Platz. In der Verwaltung kommt Stuttgart auf Rang drei, bei IT und Kommunikation auf Rang sechs, bei Gesellschaft und Bildung auf Platz sieben und bei Mobilität auf Rang acht.

Der Wettbewerb an der Spitze wird zugleich enger. Zwischen Stuttgart und dem drittplatzierten Hamburg liegen nur 1,3 Punkte. Für einen Platz unter den besten zehn waren 2026 mindestens 85,5 Punkte erforderlich. Im Vorjahr lag die Schwelle bei 84,7 Punkten.

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Mönchengladbach und Erlangen machen große Sprünge

Zu den stärksten Aufsteigern gehören mehrere Städte aus dem Mittelfeld. Erlangen verbessert sich um 19 Positionen auf Rang 56. In der Verwaltung springt die Stadt sogar um 43 Plätze auf Rang 29. Nach Bitkom-Angaben sind dort inzwischen sämtliche abgefragten Leistungen nach dem Onlinezugangsgesetz digital verfügbar.

Hildesheim gewinnt ebenfalls 19 Plätze und erreicht Rang 60. Mönchengladbach verbessert sich um 18 Positionen auf Platz zwölf und schafft damit erstmals den Sprung unter die besten 20. In der Mobilitätskategorie steigt die Stadt um 24 Plätze, unter anderem durch KI-basierte Verkehrssteuerung, ein digitales Verkehrsschildkataster und WLAN im öffentlichen Nahverkehr.

Bremen setzt seinen Aufwärtstrend ebenfalls fort und erreicht mit Rang 29 seine bislang beste Platzierung. Innerhalb von zwei Jahren verbesserte sich die Stadt damit von Platz 71 auf Platz 29.

Einzelne Städte fallen im Ranking deutlich zurück

Die steigenden Anforderungen führen zugleich zu größeren Verschiebungen nach unten. Paderborn und Heilbronn verlieren jeweils 16 Plätze und landen auf den Rängen 52 und 53. Koblenz fällt ebenfalls um 16 Positionen auf Rang 59 zurück.

Dresden verliert zwölf Plätze und steht nun auf Rang 30, nachdem die Stadt 2023 noch den sechsten Platz belegt hatte. Darmstadt rutscht um elf Positionen auf Rang 28, obwohl die Stadt mit 98,8 Punkten die Kategorie Gesellschaft und Bildung gewinnt. Schlusslicht des Gesamtrankings ist Remscheid mit 47,3 Punkten.

Die Einzelwertungen zeigen zugleich, dass eine niedrige Gesamtplatzierung nicht zwangsläufig geringe digitale Kompetenz in allen Bereichen bedeutet. Krefeld teilt sich beispielsweise mit Nürnberg und jeweils 100 Punkten den Sieg in der Verwaltung, erreicht insgesamt aber nur Rang 45. Hamburg führt bei IT und Kommunikation sowie Mobilität.

Bayern überholt Baden-Württemberg

Auf Ebene der Bundesländer ergibt sich ein anderes Bild als an der Spitze des Städterankings. Bayern löst Baden-Württemberg als stärkstes Bundesland ab. Die untersuchten bayerischen Großstädte erreichen im Durchschnitt 79,9 Punkte, Baden-Württemberg kommt auf 78,9 Punkte.

Dahinter folgen Hessen mit 74,1, Niedersachsen mit 73,6 und Sachsen mit 73,4 Punkten. Der Durchschnitt aller untersuchten Großstädte steigt gegenüber dem Vorjahr von 70,8 auf 73,8 Punkte.

Größere Städte schneiden weiterhin besser ab. Großstädte mit mindestens einer Million Einwohnern erreichen durchschnittlich 87,5 Punkte. Städte mit 100.000 bis 149.999 Einwohnern kommen auf 66,8 Punkte, verbessern sich gegenüber dem Vorjahr mit 4,4 Punkten allerdings am stärksten.

Bitkom fordert dauerhafte digitale Infrastruktur

Bitkom verbindet die Ergebnisse mit Forderungen an Bund und Kommunen. Nach dem Auslaufen befristeter Förderprogramme sollten erfolgreiche Smart-City-Lösungen dauerhaft abgesichert und eine bundesweit einheitlich definierte digitale Basisinfrastruktur finanziert werden.

Zudem fordert der Verband offene Standards, eine stärkere Wiederverwendung bereits erprobter Lösungen und ein innovationsfreundlicheres Vergaberecht. Kommunen sollten digitale Systeme nach Ansicht des Bitkom häufiger beschaffen, statt vergleichbare Anwendungen jeweils selbst neu zu entwickeln.

Für den Smart City Index 2026 wurden 14.442 Datenpunkte ausgewertet. Die fünf untersuchten Bereiche umfassen 39 Indikatoren mit insgesamt 174 Parametern. Alle 83 einbezogenen Städte beteiligten sich an der Datenerhebung, die anschließend durch Bitkom überprüft und validiert wurde.

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