Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Die Amtsgerichte meldeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1.995 beantragte Insolvenzen. Das waren 2,0 Prozent weniger als im Mai 2025.
Damit wurde erstmals seit Februar wieder ein Rückgang gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat registriert. Die amtlichen Zahlen bilden die aktuelle Entwicklung allerdings mit Verzögerung ab: Insolvenzanträge werden erst nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung statistisch erfasst. Der Antrag selbst liegt häufig etwa drei Monate zurück.
Seit Jahresbeginn bleibt die Zahl der Insolvenzen höher
Trotz des Rückgangs im Mai liegt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen für die ersten fünf Monate des Jahres weiterhin über dem Vorjahresniveau. Zwischen Januar und Mai registrierten die Gerichte insgesamt 10.546 Fälle. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025 entspricht dies einem Anstieg um 4,9 Prozent.
Deutlich gesunken ist dagegen die Höhe der Forderungen. Die Gläubigerforderungen aus den gemeldeten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich von Januar bis Mai 2026 auf rund 15,4 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch etwa 25,7 Milliarden Euro.
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Gläubigerforderungen gehen deutlich zurück
Dass die Forderungssumme trotz einer höheren Zahl von Insolvenzen gesunken ist, erklärt Destatis mit der unterschiedlichen Größenstruktur der betroffenen Unternehmen. In den ersten fünf Monaten 2025 hatten demnach mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt als im gleichen Zeitraum dieses Jahres.
Die Zahlen zeigen damit, dass die reine Anzahl der Verfahren nur einen Teil der wirtschaftlichen Auswirkungen widerspiegelt. Weniger große Insolvenzen können die Forderungssumme erheblich reduzieren, obwohl insgesamt mehr Unternehmen zahlungsunfähig werden.
Verkehr und Lagerei mit höchster Insolvenzquote
Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg wurden zwischen Januar und Mai 29,8 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert. Besonders hoch war die Quote im Bereich Verkehr und Lagerei mit 57,2 Fällen je 10.000 Unternehmen.
An zweiter Stelle folgte das Gastgewerbe mit 49,2 Insolvenzen. Im Baugewerbe wurden 44,0 Fälle je 10.000 Unternehmen verzeichnet. Diese drei Wirtschaftsbereiche weisen damit eine deutlich höhere Insolvenzhäufigkeit als die Gesamtwirtschaft auf.
Verbraucherinsolvenzen im Mai deutlich rückläufig
Auch bei Privatpersonen meldet Destatis für Mai einen Rückgang. Insgesamt wurden 5.926 Verbraucherinsolvenzen registriert und damit 10,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Über die ersten fünf Monate ergibt sich allerdings auch hier ein anderes Bild. Von Januar bis Mai wurden insgesamt 32.093 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das waren 1,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Sowohl bei Unternehmen als auch bei Verbrauchern steht dem Rückgang im Mai damit weiterhin ein Anstieg seit Jahresbeginn gegenüber.





