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Studie: Immer mehr gesunde Unternehmen verschwinden vom Markt

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Die Zahl der Unternehmensschließungen in Deutschland ist 2025 auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren gestiegen. Eine Studie zeigt, dass zunehmend auch wirtschaftlich gesunde Betriebe ihre Geschäftstätigkeit einstellen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Im Jahr 2025 haben in Deutschland so viele Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit beendet wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Das zeigt eine gemeinsame Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Bundesweit wurden rund 188.000 Unternehmensschließungen registriert – ein Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend laut gemeinsame Pressemitteilung: Zunehmend verlassen auch wirtschaftlich stabile Unternehmen den Markt.

Wirtschaftskrise trifft inzwischen nahezu alle Branchen

Nach Einschätzung der Studienautoren verschärft sich die wirtschaftliche Lage über nahezu alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Während große Insolvenzen häufig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, verschwinden zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen weitgehend unbemerkt. Anders als in früheren Jahren sind davon inzwischen auch Betriebe mit guter oder mittlerer Bonität betroffen. Als Ursachen nennen die Forscher neben schwierigen Finanzierungsbedingungen vor allem den technologischen Wandel, den zunehmenden Wettbewerbsdruck sowie den anhaltenden Fachkräftemangel.

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Fehlende Nachfolge verstärkt die Entwicklung

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die demografische Entwicklung. Immer häufiger beenden Unternehmer ihre Geschäftstätigkeit altersbedingt, weil sich keine Nachfolger finden. Mittlerweile entfällt fast ein Drittel aller freiwilligen Geschäftsaufgaben auf diesen Grund. Auffällig ist zudem, dass rund 87 Prozent der Unternehmensschließungen ohne Insolvenzverfahren erfolgen und damit meist kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Lediglich etwa 13 Prozent stehen im Zusammenhang mit einer Insolvenz.

Industrie, Bau und Gastgewerbe besonders betroffen

Im Verarbeitenden Gewerbe stellten 2025 mehr als 11.000 Unternehmen ihren Betrieb ein – ein Plus von zehn Prozent. Im Baugewerbe wurden rund 24.000 Unternehmen geschlossen, was einem Anstieg um zwölf Prozent entspricht. Besonders stark betroffen blieb zudem das Gastgewerbe, in dem mehr als 15.000 Betriebe vom Markt verschwanden. Neben einer zurückhaltenden Konsumstimmung belasten dort insbesondere Personalmangel und der zunehmende Wettbewerb durch Lieferdienste die wirtschaftliche Entwicklung. Auch im Handel nahm die Zahl der Geschäftsaufgaben erneut zu.

Gesundheitswesen verzeichnet deutliche Zunahme

Die Zahl der Unternehmensschließungen im Gesundheitswesen setzt ihren seit Jahren anhaltenden Aufwärtstrend fort. Rund 11.000 Betriebe stellten 2025 ihre Tätigkeit ein und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark betroffen waren Arztpraxen, deren Schließungen innerhalb eines Jahres um 23 Prozent auf knapp 5.500 anstiegen. Vor allem ländliche Regionen verzeichnen eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Marktaustritten, was die medizinische Versorgung zunehmend erschwert.

Bremen führt regionale Statistik an

Regional weist Bremen mit einer Schließungsquote von 7,8 Prozent die höchste Rate auf. Ebenfalls überdurchschnittlich betroffen sind Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Vergleichsweise niedrige Schließungsquoten wurden dagegen in Baden-Württemberg und Hamburg mit jeweils 5,3 Prozent registriert. Besonders kräftig stiegen die Unternehmensschließungen 2025 neben Bremen auch in Schleswig-Holstein sowie Rheinland-Pfalz.

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