Walmart treibt die Digitalisierung seiner Filialprozesse weiter voran und bringt mit „Scintilla In-Store“ eine neue datenbasierte Plattform an den Start. Die Lösung richtet sich an Außendienstmitarbeiter von Lieferanten und verknüpft erstmals Echtzeit-Bestandsdaten direkt mit der operativen Umsetzung im Markt. Ziel ist es, Out-of-Stocks spürbar zu reduzieren, Prozesse effizienter zu gestalten und die Omnichannel-Performance am Point of Sale zu steigern.
Die Anwendung bündelt Lagerbestände in Echtzeit, Aufgabenmanagement, Leistungskennzahlen sowie modulare Artikel- und Flächeninformationen in einer zentralen App. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Marktpersonal und Zentrale enger verzahnt werden. In einem Handelsumfeld, in dem Verfügbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit zunehmend über Wettbewerbsvorteile entscheiden, gewinnt diese Transparenz strategische Bedeutung.
Von Analyse zu operativer Steuerung
Scintilla In-Store ist Teil des Scintilla-Portfolios von Walmart Data Ventures. Während die bestehende Plattform bislang vor allem als First-Party-Insights-Lösung diente und Daten analytisch aufbereitete, überträgt die neue Anwendung diese Erkenntnisse nun direkt in die Filialpraxis. Datengetriebene Steuerung endet damit nicht mehr in Reports, sondern wird unmittelbar handlungsrelevant.
Formal bleiben Analyse- und In-Store-System getrennt, folgen jedoch einer gemeinsamen Stoßrichtung: der durchgängigen datenbasierten Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Walmart stärkt damit gezielt seine operative Exzellenz – ein zentraler Faktor angesichts steigender Kundenerwartungen und hoher Warenumschlagsgeschwindigkeit.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Integration der Volt-Technologie
Technologische Grundlage der Lösung ist Volt Systems, das Walmart bereits 2022 übernommen hatte. Die frühere Plattform „Volt“ wurde vollständig in das Scintilla-Ökosystem integriert und unter neuem Namen weiterentwickelt.
Für Außendienstmitarbeiter bedeutet das konkret: Sie greifen auf identische Artikel- und Modulpläne zu wie das Filialpersonal. Kritische Bestände lassen sich frühzeitig erkennen, Regalverschiebungen während frequenzstarker Phasen unmittelbar dokumentieren und Inventurdifferenzen in Echtzeit adressieren. Gerade bei hoher Artikelrotation oder saisonalen Spitzen schafft diese Transparenz entscheidende Vorteile.
Der Außendienst entwickelt sich damit von einer kontrollierenden Instanz hin zu einer datengetriebenen Steuerungsfunktion mit unmittelbarem Einfluss auf Umsatz und Warenverfügbarkeit.
Lieferanten als strategischer Hebel
Die Initiative stößt laut Walmart auch bei Industriepartnern auf Resonanz. Zu den frühen Anwendern zählt The Coca-Cola Company, die insbesondere die verbesserte Echtzeit-Transparenz und die schnellere Entscheidungsfähigkeit im Markt hervorhebt.
Für Konsumgüterhersteller eröffnet Scintilla In-Store die Möglichkeit, Regalverfügbarkeit nicht nur reaktiv zu überwachen, sondern aktiv zu steuern. In margensensiblen Kategorien können bereits geringe Verbesserungen der Verfügbarkeit signifikante Umsatzwirkungen entfalten.
Perspektive: KI-gestützte Priorisierung
Walmart plant, die Plattform künftig um KI-basierte Priorisierungsfunktionen zu erweitern. Außendienstmitarbeiter sollen automatisiert Hinweise erhalten, welche Maßnahmen im jeweiligen Markt den größten Einfluss auf Umsatz, Abverkauf und Warenverfügbarkeit haben.
Mit dieser ganzheitlichen Plattformstrategie – von Datenanalyse über operative Umsetzung bis hin zur KI-gestützten Entscheidungsunterstützung – positioniert sich Walmart als Technologietreiber im stationären Handel. Ziel ist eine konsistente Produktverfügbarkeit über alle Kanäle hinweg – unabhängig davon, ob der Einkauf im Markt, per Abholung oder online erfolgt.


