Ein Kollege braucht schnell eine Entscheidung, ein Projekt soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden oder Kunden stellen kurzfristige Anfragen: Viele Beschäftigte in Deutschland bleiben auch während des Weihnachtsurlaubs für den Job erreichbar. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie sind 43 Prozent der Berufstätigen trotz Urlaubs zwischen den Jahren dienstlich ansprechbar. Zwar nehmen 71 Prozent der Erwerbstätigen in dieser Zeit frei, doch mehr als vier von zehn von ihnen lassen sich trotzdem für berufliche Anliegen erreichen.
Erreichbarkeit sinkt – bleibt aber hoch
Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Die berufliche Erreichbarkeit in der Weihnachtszeit ist rückläufig. Vor der Coronapandemie lag der Anteil noch bei 71 Prozent (2019), im ersten Pandemiejahr bei 61 Prozent. Seither pendelte sich der Wert bei rund 50 Prozent ein. 2025 liegt er erstmals deutlich darunter – ein möglicher Hinweis auf eine zunehmende Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert noch bei 50 Prozent.
Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Geschlechtern: Während 48 Prozent der berufstätigen Frauen während ihres Weihnachtsurlaubs auf dienstliche Anfragen reagieren, sind es bei den Männern lediglich 38 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Vor allem digitale Kanäle im Einsatz
Wer während der Feiertage erreichbar bleibt, tut dies bevorzugt schriftlich: 42 Prozent lesen Kurznachrichten wie WhatsApp oder SMS, 40 Prozent checken dienstliche E-Mails. Anrufe nehmen hingegen nur 38 Prozent entgegen. Noch geringer ist die Erreichbarkeit über Kollaborationstools wie Microsoft Teams oder Slack (12 Prozent) oder per Videocall (14 Prozent).
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mahnt zur Achtsamkeit: „Urlaub soll der Erholung dienen – ständige Erreichbarkeit verhindert das. Wo es wirklich nötig ist, helfen klare Absprachen, wer wann erreichbar sein muss, damit die Feiertage entspannt bleiben und neue Energie getankt werden kann.“


