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WWF-Analyse: Nachhaltiger Fisch bleibt im Supermarkt die Ausnahme

Arbeiter beim Filettieren von frischem Lachs
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Nachhaltiger Fisch ist im Supermarkt noch immer nicht Standard. Zwar gibt es Fortschritte bei Transparenz und Angebot, doch viele Produkte bleiben ökologisch problematisch und erschweren bewusste Kaufentscheidungen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nachhaltiger Fisch ist im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiterhin nur begrenzt verfügbar. Eine aktuelle Analyse des WWF zeigt, dass zwar Fortschritte erkennbar sind, das Angebot insgesamt jedoch noch deutliche Defizite aufweist. Verbraucher stehen damit weiterhin vor einer schwierigen Auswahl.

Nur ein Viertel der Produkte wirklich nachhaltig

Laut Marktanalyse stammen lediglich 27 Prozent der untersuchten Fischprodukte aus ökologisch empfehlenswerten Quellen. Gleichzeitig fallen rund 22 Prozent in die Kategorie „nicht empfehlenswert“. Der Großteil des Sortiments liegt dazwischen: Mehr als die Hälfte der Produkte wird als „zweite Wahl“ eingestuft.

Für die Untersuchung wurden über 1.500 Produkte aus den Sortimenten großer Supermarktketten bewertet. Grundlage war der WWF-Fischratgeber, der Fischarten und Fangmethoden nach ökologischen Kriterien klassifiziert.

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Sortiment konzentriert sich auf wenige Arten

Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist die starke Konzentration auf wenige Fischarten. Besonders häufig angeboten werden unter anderem Lachs, Garnelen, Makrele und Alaska-Seelachs. Die Nachhaltigkeit dieser Produkte variiert jedoch stark.

Während einige Arten vergleichsweise häufig aus nachhaltigen Quellen stammen, sind andere überwiegend kritisch zu bewerten. Bei bestimmten Fischarten liegt der Anteil problematischer Produkte besonders hoch, was die Auswahl zusätzlich erschwert.

Fortschritte bei Transparenz und Zertifizierung

Positiv bewertet der WWF die Entwicklung bei Kennzeichnung und Transparenz. Händler deklarieren ihre Produkte heute umfassender, und zertifizierte Angebote sind häufiger verfügbar als noch vor einigen Jahren.

Zertifizierungen bieten jedoch nur eine grundlegende Orientierung. Sie sichern Mindeststandards, ersetzen aber keine differenzierte Betrachtung von Herkunft und Fangmethoden.

Handel bleibt zentraler Hebel für Veränderung

Die Analyse macht deutlich, dass der Lebensmitteleinzelhandel eine Schlüsselrolle für nachhaltigere Fischerei spielt. Durch die Sortimentsgestaltung entscheiden wenige große Anbieter maßgeblich darüber, welche Produkte Verbraucher tatsächlich kaufen können.

Für Konsumenten bleibt die Orientierung dennoch anspruchsvoll. Neben Zertifizierungen empfiehlt sich ein bewusster Blick auf Fangmethoden und Herkunft. Insbesondere Fisch aus umweltschädlicher Grundschleppnetzfischerei sollte gemieden werden.

Die Ergebnisse zeigen: Trotz Fortschritten ist nachhaltiger Fisch im Supermarkt noch nicht die Regel. Sowohl Handel als auch Verbraucher stehen weiterhin vor der Aufgabe, bewusstere Entscheidungen zu treffen.

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