In deutschen Supermärkten wird Tofu zunehmend zur Mangelware. Große Handelsketten wie Rewe, Edeka und Kaufland melden spürbare Lücken in den Kühlregalen. Sowohl Eigenmarken als auch Markenprodukte sind betroffen – ein Zeichen für strukturelle Veränderungen im Lebensmittelmarkt.
Nachfrage wächst schneller als das Angebot
Hauptursache für die Engpässe ist die stark gestiegene Nachfrage, wie ein Sprecher der REWE-Gruppe der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilt. Immer mehr Verbraucher greifen zu pflanzlichen Alternativen, insbesondere zu Tofu als Proteinquelle. Einzelhändler berichten von deutlichen Zuwächsen, mit teils zweistelligen Wachstumsraten im Jahresvergleich. Während andere Fleischersatzprodukte zuletzt an Dynamik verloren haben, bleibt Tofu ein klarer Wachstumstreiber.
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Produktionsengpässe bremsen den Markt
Parallel zur steigenden Nachfrage stößt die Produktion an ihre Grenzen. Führende Hersteller kämpfen mit operativen Problemen, technischen Störungen und begrenzten Kapazitäten. Selbst große Produzenten können die Nachfrage aktuell nicht bedienen und reduzieren ihre Liefermengen. Kleinere Anbieter arbeiten ebenfalls am Limit und können kurzfristig kaum expandieren.
Strukturelle Herausforderung statt kurzfristiger Krise
Im Gegensatz zu früheren Engpässen handelt es sich nicht um ein temporäres Problem, sondern um ein strukturelles Ungleichgewicht. Die Nachfrage wächst schneller als die Produktionskapazitäten ausgebaut werden können. Branchenexperten gehen daher davon aus, dass sich die Situation erst mittelfristig entspannen wird.
Entspannung erst ab 2027 erwartet
Eine Rückkehr zu stabilen Lieferketten ist frühestens für Ende 2026 oder 2027 realistisch. Bis dahin dürften Verbraucher weiterhin mit eingeschränkter Verfügbarkeit rechnen müssen. Der Boom pflanzlicher Ernährung trifft damit auf begrenzte industrielle Kapazitäten – ein Spannungsfeld, das den Markt noch länger prägen dürfte.


