Der ADAC wirft Mineralölunternehmen vor, die seit Anfang Mai geltende Energiesteuersenkung nicht vollständig an Autofahrerinnen und Autofahrer weiterzugeben. Obwohl der sogenannte Tankrabatt die Kraftstoffpreise deutlich senken sollte, seien die Preise bislang nur teilweise gesunken.
Nach aktuellen Auswertungen des Automobilclubs lagen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise fünf Tage nach Einführung der Maßnahme weiterhin deutlich über dem erwarteten Niveau.
Kraftstoffpreise sinken nur teilweise
Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 zuletzt durchschnittlich 2,025 Euro, Diesel lag bei 2,095 Euro pro Liter.
Im Vergleich zur Vorwoche entspricht dies einem Rückgang von 7,8 Cent bei Super E10 und 10,5 Cent bei Diesel. Die tatsächliche Entlastung durch die abgesenkte Energiesteuer müsste laut ADAC jedoch bei rund 17 Cent pro Liter liegen.
Die Energiesteuersenkung war Anfang Mai eingeführt worden, um die hohen Kraftstoffpreise infolge des Kriegs am Golf abzufedern.
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ADAC sieht Mineralölkonzerne in der Verantwortung
Nach Einschätzung des ADAC lässt sich die unvollständige Preissenkung inzwischen nicht mehr mit alten Lagerbeständen erklären.
Der Ölpreis der Sorte Brent habe sich zuletzt mit rund 110 US-Dollar pro Barrel nahezu auf dem Niveau von Ende April bewegt. Auch der Euro-Dollar-Kurs habe sich kaum verändert.
Damit seien die Rahmenbedingungen vergleichbar mit der Zeit vor Einführung des Tankrabatts. Aus Sicht des ADAC deutet dies darauf hin, dass ein Teil der Steuerentlastung bei den Mineralölunternehmen verbleibt, anstatt vollständig an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben zu werden.
Tankzeitpunkt bleibt entscheidend
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern weiterhin, gezielt günstige Tageszeiten zum Tanken zu nutzen.
Nach Angaben des Clubs seien die Preise aktuell kurz vor 12 Uhr mittags am niedrigsten. Hintergrund ist eine Regelung, wonach Tankstellen ihre Preise mittags um 12 Uhr anheben dürfen und danach im Tagesverlauf nur noch senken können. Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen und Tageszeiten bleiben damit erheblich.
Der Automobilclub fordert weiterhin Transparenz bei der Preisgestaltung und eine vollständige Weitergabe staatlicher Entlastungen an Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Diskussion um den Tankrabatt dürfte damit auch politisch weiter an Bedeutung gewinnen, da die Maßnahme ursprünglich als direkte Entlastung für Autofahrer gedacht war.


