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Deutsche wollen KI beim Shopping nutzen – aber die Kontrolle behalten

Frau mit Roboterarm als Symbol fuer KI Shopping
Foto: Anna Shvets / Pexels

Key takeaways

➟ 49 Prozent der Deutschen erwarten, dass KI künftig einen Großteil alltäglicher Einkäufe übernimmt. Gleichzeitig wollen Verbraucher Kontrolle, transparente Prozesse und menschlichen Support beim Agentic Commerce behalten.

Lesezeit ca. 3 Minuten

KI-Assistenten könnten beim Einkaufen in Deutschland deutlich an Bedeutung gewinnen. Laut einer repräsentativen Folgestudie von Riverty und Adyen halten es 49 Prozent der Verbraucher für wahrscheinlich, dass KI innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Großteil ihrer alltäglichen Einkäufe übernimmt.

Das Grundverständnis für sogenannte Agentic-Commerce-Anwendungen ist bereits vergleichsweise hoch: 67 Prozent der Befragten geben an, das Prinzip von KI-Einkaufsagenten zu verstehen. Gleichzeitig bleibt die Haltung gespalten. Jeweils rund ein Viertel bewertet das Thema klar positiv beziehungsweise negativ, während die Mehrheit noch abwartend oder leicht skeptisch ist.

Kontrolle bleibt wichtigste Voraussetzung

Für die Akzeptanz von Einkaufs-KI ist vor allem entscheidend, dass Nutzer eingreifen können. Schon in der ersten Studie Ende 2025 hatten 93 Prozent angegeben, Käufe einer KI jederzeit einsehen oder stoppen können zu wollen.

In der aktuellen Erhebung nennen 21 Prozent die eigene Kontrolle als wichtigsten Vertrauensfaktor. 19 Prozent sehen Betrugsschutz an erster Stelle, 14 Prozent Datenschutz. Ebenfalls 19 Prozent erklären, dass sie einer KI beim Einkaufen grundsätzlich niemals vertrauen würden.

Die Befragten wünschen sich daher unter anderem manuelle Kaufbestätigungen, Benachrichtigungen, feste Budgets und die Möglichkeit, Transaktionen abzubrechen. Vollständige Autonomie ist für viele damit nicht das bevorzugte Modell.

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Mehrheit bevorzugt KI als Shopping-Co-Piloten

48 Prozent möchten KI-Assistenten vor allem für Produktsuche und Empfehlungen einsetzen und anschließend selbst auf der Produktseite entscheiden. Nur 16 Prozent halten es für akzeptabel, wenn ein KI-Agent nach einer Beauftragung im Chat direkt den Kauf abschließt.

Weitere 11 Prozent würden zumindest kleinere Einkäufe autonom ausführen lassen. Gleichzeitig lehnen 25 Prozent jede eigenständige Kaufentscheidung durch KI ab. Besonders hoch ist diese Skepsis bei Verbrauchern ab 45 Jahren.

Damit zeichnet sich Agentic Commerce derzeit eher als Assistenzmodell ab. KI soll repetitive Aufgaben übernehmen, Produkte vergleichen und Zeit sparen, während die finale Kaufentscheidung häufig beim Nutzer bleibt.

Lebensmittel und Abos gelten als geeignetste Kategorien

Am ehesten würden Verbraucher KI-Assistenten beim Kauf von Lebensmitteln und Haushaltswaren vertrauen. 33 Prozent nennen diese Kategorie. Es folgen Abonnements wie Streaming- oder Fitnessangebote mit 25 Prozent sowie Ticketing mit 24 Prozent.

Mobilitätsangebote erreichen 23 Prozent Zustimmung, Mode und Kleidung sowie Elektronik jeweils 21 Prozent. Komplexere oder stärker persönliche Kaufentscheidungen werden damit zurückhaltender an KI delegiert.

Auch bei der Bezahlung zeigt sich ein klares Sicherheitsbedürfnis. 51 Prozent bevorzugen den Rechnungskauf, wenn eine KI einen Einkauf ausführt. Digitale Wallets kommen auf 15 Prozent und gewinnen damit gegenüber der ersten Befragung an Zustimmung.

Bereitschaft für höhere Budgets nimmt ab

Trotz wachsender Bekanntheit ist die Bereitschaft, KI größere finanzielle Spielräume einzuräumen, gesunken. Aktuell würden 39 Prozent einer Einkaufs-KI ein monatliches Budget von mindestens 51 Euro anvertrauen.

Im Dezember 2025 lag dieser Anteil noch bei 50 Prozent. Die Ergebnisse zeigen damit, dass das Interesse an KI-gestütztem Shopping wächst, gleichzeitig aber klare Grenzen bei finanzieller Autonomie bestehen bleiben.

Händlerkontakt bleibt weiterhin wichtig

Auch bei stärker automatisierten Einkäufen wollen Verbraucher den direkten Kontakt zum Händler nicht verlieren. 56 Prozent wünschen sich bei Problemen weiterhin menschlichen Support, 41 Prozent vollständige Transparenz über gespeicherte Daten.

30 Prozent interessieren sich für exklusive Angebote oder Rabatte, 23 Prozent für personalisierte Produkthinweise. Nur 6 Prozent möchten überhaupt keinen direkten Kontakt mehr zum Händler.

Für Händler bedeutet Agentic Commerce damit weniger das Ende der Kundenbeziehung als eine Verschiebung ihrer Rolle. Entscheidend wird sein, KI-Assistenten mit transparenten Prozessen, Betrugsschutz und kontrollierbaren Zahlungswegen zu verbinden.

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