Amazon treibt in den USA seine physische Einzelhandelsstrategie weiter voran und plant den Bau eines großflächigen Ladengeschäfts in Orland Park, einem Vorort von Chicago. Das Vorhaben markiert einen bemerkenswerten Schritt für den E-Commerce-Riesen: Die geplante Verkaufsfläche von rund 21.300 Quadratmetern übertrifft die typischen Dimensionen eines Walmart Supercenters deutlich.
Einzelhandel und Logistik unter einem Dach
Laut den von der Stadt veröffentlichten Unterlagen soll das neue Gebäude auf einem Gelände entstehen, auf dem zuvor das Restaurant Petey’s II stand. Der Standort liegt verkehrsgünstig an zwei wichtigen Highways und in unmittelbarer Nähe zu etablierten Einzelhändlern wie Target, Costco und Trader Joe’s.
Das Amazon-Konzept sieht neben dem Verkauf von Lebensmitteln, Haushaltswaren und Alltagsprodukten auch eine begrenzte Lagerfläche vor. Diese soll vor allem interne Abläufe unterstützen sowie einen Abholpunkt für Lieferfahrer bieten. Damit kombiniert Amazon stationären Handel mit logistiknahen Services – ein Modell, das über bisherige Amazon-Filialformate hinausgeht.
Amazon unaufhaltsam
Gemeinderat stimmt über Pläne ab
Die zuständige Planungsbehörde in Orland Park hat das Projekt bereits genehmigt. Die finale Entscheidung liegt nun beim Gemeinderat, der noch im Januar abstimmen wird. Sollte der Bau bewilligt werden, wäre dies ein weiterer Baustein in Amazons Bestreben, physische Einzelhandelskonzepte zu testen – ein Bereich, in dem der Konzern in der Vergangenheit bereits mit Buchhandlungen, Modegeschäften, Mini-Märkten und Supermärkten experimentiert hat.
Nicht alle Anwohner zeigen sich begeistert: Medienberichten zufolge äußerten einige Bürger Bedenken bezüglich eines möglichen Anstiegs des Verkehrsaufkommens in der Umgebung. Amazon selbst hält sich zu den Details des Konzepts bedeckt, betont aber gegenüber CNBC, dass es sich um ein neues Store-Format handle, das den Kunden „Freude bereiten“ solle.


