Amazon Web Services kann Teile seiner durch den Krieg im Nahen Osten beschädigten Cloud-Infrastruktur nicht mehr wiederherstellen. In der AWS-Region Bahrain sind Ressourcen und Daten betroffen, für die keine nutzbare Kopie außerhalb der zerstörten Infrastruktur existiert. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt AWS die Wiederherstellung einer von drei Availability Zones auf.
Die Schäden entstanden nach Raketen- und Drohnenangriffen im Frühjahr 2026. Besonders schwer traf es Bahrain, wo mehrere Availability Zones gleichzeitig betroffen waren. AWS erklärt, dass die physischen Schäden über das Szenario hinausgingen, für das die regionale Redundanz ausgelegt war.
Bahrain-Region bleibt vollständig betroffen
Die AWS-Region Middle East (Bahrain), intern me-south-1, besteht aus drei Availability Zones. AWS kann den Zugriff auf Ressourcen, die ausschließlich dort verblieben waren, nicht wiederherstellen. Die Zonen tragen die Kennungen mes1-az1, mes1-az2 und mes1-az3.
Nach den ersten Schäden hatte AWS Kunden bereits aufgefordert, Daten und Anwendungen in andere Regionen zu verlagern. Ein großer Teil folgte dieser Empfehlung, bevor weitere Beschädigungen die Region vollständig außer Betrieb setzten.
Amazon unaufhaltsam
Auch eine Zone in den Emiraten verloren
In der Region Middle East (UAE), me-central-1, betrifft der endgültige Wiederherstellungsstopp die Availability Zone mec1-az2. An den beiden anderen Zonen arbeitet AWS weiter. Die UAE-Region umfasst insgesamt drei Availability Zones.
AWS will beschädigte Infrastruktur ersetzen und weitere Informationen zum Wiederaufbau veröffentlichen. Für Bahrain ist ein weiteres Update zur langfristigen Zukunft der Region für Anfang 2027 vorgesehen.
Multi-AZ ersetzt kein geografisches Backup
Der Vorfall verdeutlicht den Unterschied zwischen Hochverfügbarkeit innerhalb einer Cloud-Region und geografisch unabhängiger Datensicherung. Mehrere Availability Zones schützen gegen viele lokale Ausfälle, bleiben aber Teil derselben übergeordneten Region.
Für geschäftskritische Anwendungen bedeutet das, dass Backups oder Replikate in einer zweiten Region zusätzlichen Schutz gegen großflächige physische Schäden bieten können. Unternehmen dürften deshalb Multi-Region-Architekturen und unabhängige Wiederherstellungsverfahren stärker prüfen.
Geopolitik wird zum Cloud-Risiko
Bahrain wird damit zu einem ungewöhnlichen Referenzfall für Disaster-Recovery-Strategien. Neben technischen Störungen, Cyberangriffen und Naturkatastrophen müssen Unternehmen zunehmend auch großflächige geopolitische Risiken in ihre Infrastrukturplanung einbeziehen.
Gerade für Handel, Logistik, Zahlungsverkehr und KI-Anwendungen kann der dauerhafte Verlust von Daten erheblich schwerer wiegen als ein vorübergehender Cloud-Ausfall. Der AWS-Fall zeigt, dass selbst hochredundante Hyperscaler-Infrastruktur geografisch unabhängige Sicherungskonzepte auf Kundenseite nicht vollständig ersetzt.




