Das Weltraumunternehmen Blue Origin hat nach dem Satellitenverlust im April einen erneuten schweren Rückschlag bei seinem Raumfahrtprogramm erlitten. Auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral wurde heute eine Rakete des Typs New Glenn während eines Triebwerkstests durch eine massive Explosion zerstört. Personen kamen nach Angaben des Unternehmens von Amazon-Gründer Jeff Bezos nicht zu Schaden. Alle Beschäftigten konnten in Sicherheit gebracht werden.
Testlauf endet mit Totalverlust der Rakete
Der Vorfall ereignete sich während eines Bodentests, bei dem die Triebwerke der Rakete vor einem geplanten Start gezündet werden sollten. Blue Origin sprach anschließend auf X von einer „Anomalie“ und leitete Untersuchungen zur Ursache ein. Konkrete Erkenntnisse liegen bislang nicht vor.
Unternehmensgründer Jeff Bezos erklärte in einem weiteren Posting auf X, dass es sich um einen äußerst schwierigen Tag für das Unternehmen handle. Gleichzeitig betonte er, dass alle Mitarbeiter in Sicherheit sind und kündigte er an, die Schäden zu beheben und das Programm fortzuführen.
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Geplanter Satellitentransport fällt aus
Die New Glenn sollte in den kommenden Tagen zu ihrem vierten Flug starten. Geplant war der Transport von 48 Satelliten für Amazons geplante Leo-Konstellation. Durch die Zerstörung der Rakete muss die Mission nun verschoben werden.
Für Blue Origin bedeutet der Vorfall einen erheblichen Rückschlag beim Ausbau eigener Startkapazitäten. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, künftig deutlich häufiger Satelliten ins All zu bringen und damit seine Position im kommerziellen Raumfahrtmarkt auszubauen.
Konkurrenz zu SpaceX erhält Dämpfer
Die Schwerlastrakete New Glenn gilt als wichtigstes Trägersystem von Blue Origin. Mit einer Nutzlastkapazität von rund 45 Tonnen wurde sie entwickelt, um langfristig mit den Raketen des Marktführers SpaceX zu konkurrieren.
Die Rakete wird seit mehr als zehn Jahren entwickelt und absolvierte ihren ersten erfolgreichen Flug Anfang 2025. Nach weiteren Missionen sollte die Startfrequenz nun deutlich erhöht werden. Entsprechend schwer wiegt der Verlust der Rakete.
Auch SpaceX-Chef Elon Musk reagierte auf den Vorfall und bezeichnete die Explosion als bedauerlich. Zugleich verwies er auf die grundsätzlichen technischen Herausforderungen der Raketenentwicklung.
NASA beobachtet Auswirkungen auf Mondprogramm
Der Vorfall beschäftigt inzwischen auch die NASA. Die US-Raumfahrtbehörde arbeitet bei mehreren Projekten mit Blue Origin zusammen, darunter Vorhaben im Rahmen des Artemis-Mondprogramms.
NASA-Chef Jared Isaacman erklärte, die Entwicklung leistungsfähiger Schwerlastraketen sei äußerst anspruchsvoll. Die Behörde werde gemeinsam mit ihren Partnern die Ursache untersuchen und mögliche Auswirkungen auf laufende Programme bewerten. Ob sich Zeitpläne im Mondprogramm verschieben, ist derzeit noch offen.




