Die Deutsche Bundesbank hat ihren Jahresfehlbetrag 2025 deutlich reduziert. Wie Präsident Joachim Nagel bei der Vorstellung des Jahresabschlusses erklärte, sank der Fehlbetrag um mehr als die Hälfte auf 8,6 Milliarden Euro. Die Ertragslage habe sich spürbar verbessert, doch für 2026 rechnet die Notenbank erneut mit einem negativen Ergebnis. Insgesamt beläuft sich der Bilanzverlust – bestehend aus Verlustvortrag und aktuellem Fehlbetrag – derzeit auf 27,8 Milliarden Euro.
Solide Bilanz trotz anhaltender Belastungen
Nagel betonte, dass die Belastungen vorübergehend seien und künftige Überschüsse zum Abbau der Verluste genutzt würden. Trotz des negativen Ergebnisses sieht der Bundesbankpräsident die Institution robust aufgestellt. Ausschlaggebend seien die hohen Bewertungsreserven, die 2025 auf 388 Milliarden Euro gestiegen sind und damit ein Vielfaches des aktuellen Bilanzverlusts darstellen. Auch mit einem Bilanzverlust könne die Notenbank ihre Aufgaben ohne Einschränkungen erfüllen.
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Preisstabilität zurückgekehrt – aber Sorgen bleiben
Als wichtigen Erfolg hob Nagel hervor, dass im Jahr 2025 wieder Preisstabilität im Euroraum erreicht wurde. Das sei dem entschlossenen Handeln des EZB-Rats zu verdanken. Dennoch verspürten viele Menschen weiterhin finanzielle Belastung, insbesondere aufgrund stark gestiegener Lebensmittelpreise, die seit 2020 um mehr als ein Drittel zugelegt haben. Die Sorge vor erneuten Preisschüben sei verbreitet. Der EZB-Rat bleibe wachsam und sei bereit, bei Bedarf geldpolitisch nachzusteuern.
Die volatile geopolitische Lage, besonders der Konflikt im Nahen Osten, lasse derzeit jedoch keine belastbaren Schlussfolgerungen für den geldpolitischen Kurs zu. Nagel betonte zudem die strukturellen Stärken Deutschlands – von leistungsfähigen Institutionen über exzellente Forschung bis hin zu anpassungsfähigen Unternehmen – und mahnte, Wachstumsbremsen zu lösen, um eine neue wirtschaftliche Dynamik zu ermöglichen.
Belastungen gehen weiter zurück
Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer verwies ebenfalls auf rückläufige finanzielle Belastungen. Zwar sei der Jahresfehlbetrag weiterhin erheblich, jedoch deutlich kleiner als 2024. Der Nettozinsertrag verbesserte sich um 8,9 Milliarden Euro, blieb aber mit –4,2 Milliarden Euro negativ. Verantwortlich dafür waren vor allem frühere geldpolitische Maßnahmen sowie die Leitzinserhöhungen der Jahre 2022 und 2023. Sinkende Anleihebestände und niedrigere Zinsen hätten die Situation inzwischen entschärft.
Goldpreis kompensiert Rückgänge – Nettoeigenkapital steigt
Die Bilanzsumme sank 2025 leicht auf 2.349 Milliarden Euro. Während die Anleihebestände um 122 Milliarden Euro schrumpften, stieg der Wert der Goldreserven aufgrund eines kräftigen Preisauftriebs um 125 Milliarden Euro auf einen historischen Höchststand von 395 Milliarden Euro. Dadurch erhöhte sich das Nettoeigenkapital der Bundesbank um 112 Milliarden Euro auf 363 Milliarden Euro.


