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Spritpreise steigen Anfang September deutlich – Kartellamt prüft Raffinerien

Auto beim Betanken an einer Tankstelle
Foto: Pexels

Key takeaways

Das Bundeskartellamt untersucht die Preisbildung bei Kraftstoffen weiter intensiv. Besonders Raffineriemargen, regionale Unterschiede und der jüngste Preissprung Anfang September rücken dabei in den Fokus.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Kraftstoffpreise in Deutschland bleiben auf einem hohen Niveau. Nach Angaben des Bundeskartellamts kostete ein Liter E5 im August durchschnittlich 2,203 Euro, E10 lag bei 2,146 Euro und Diesel bei 2,223 Euro.

Während Benzin im Monatsverlauf um rund 1,6 Cent je Liter teurer wurde, sank Diesel leicht um 0,85 Cent. Anfang September folgte allerdings ein deutlicher Preissprung von acht bis zehn Cent je Liter.

Raffineriepreise rücken stärker in den Fokus

Besondere Aufmerksamkeit richtet das Bundeskartellamt auf die Preisbildung auf Raffinerieebene. Der Abstand zwischen Rohölpreisen und Großhandelspreisen hat sich nach einem zwischenzeitlichen Rückgang seit Ende Juni wieder ausgeweitet.

Vor allem bei Diesel blieb dieser Abstand auf hohem Niveau. Die Behörde wertet deshalb weiterhin umfangreiche Unternehmensangaben aus und prüft, ob hohe Margen kartellrechtlich relevant sein könnten.

Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie stark tatsächliche Kosten der Raffinerien gestiegen sind und ob die verlangten Preise diese Kosten in unangemessener Weise überschreiten.

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Verfahren gegen Raffineriebetreiber laufen weiter

Die seit dem Frühjahr laufenden Verfahren gegen Raffinerieunternehmen kommen nach Angaben des Bundeskartellamts planmäßig voran.

Parallel zur Auswertung der Unternehmensdaten führt die Behörde eine bundesweite Abfrage bei mehreren hundert Tankstellenbetreibern durch. Diese stehen für mehr als 90 Prozent des deutschen Tankstellennetzes.

Damit will das Kartellamt sowohl die Raffinerie- als auch die Handelsstufe genauer untersuchen.

Regionale Preisunterschiede bleiben deutlich

Auch innerhalb Deutschlands bestehen erhebliche Unterschiede. Bei E5 und Diesel lagen die regionalen Preisabstände im August bei jeweils bis zu 15,1 Cent je Liter.

Ein Grund dafür sind unterschiedliche Beschaffungskosten. Besonders im Westen haben sich Transportkosten durch das Niedrigwasser auf dem Rhein erhöht.

Darüber hinaus wirken sich unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen in den Regionen auf die Endkundenpreise aus.

Deutschland im europäischen Vergleich teuer

Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Kraftstoffpreise einschließlich Steuern und Abgaben weiterhin im oberen Bereich.

Auch ohne Steuern und Abgaben bleiben die Nettopreise vergleichsweise hoch. Allerdings weist das Bundeskartellamt darauf hin, dass internationale Vergleiche nur eingeschränkt aussagekräftig sind.

Unterschiedliche Erhebungsmethoden sowie staatliche Eingriffe wie Preisobergrenzen, Steuerentlastungen oder freiwillige Preisbegrenzungen erschweren eine direkte Vergleichbarkeit.

Neue Plattform für die 12-Uhr-Regel

Für die Umsetzung der sogenannten 12-Uhr-Regel hat das Bundeskartellamt eine neue IT-Plattform aufgebaut.

Seit August können Daten zu Abweichungen von der Regel sicher und standardisiert an die zuständigen Behörden übermittelt werden. Derzeit sind 137 Behörden an das System angebunden.

Seit dem Start wurden bereits mehr als 426 Datenpakete übertragen. Das Kartellamt will die Daten nutzen, um die Preisentwicklung und mögliche Regelverstöße besser nachvollziehen zu können.

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