Eine gemeinsame Studie von DB Cargo, DB InfraGO, HES International und Harbour Energy kommt zu dem Ergebnis, dass der Transport abgeschiedener CO₂-Emissionen per Schiene nach Wilhelmshaven technisch und betrieblich umsetzbar ist. Das Konzept soll Industrieunternehmen ab Ende der 2020er Jahre eine praktikable Lösung für Carbon Capture and Storage (CCS) bieten. Das geplante CO₂nnectNow-Terminal in Wilhelmshaven soll dabei als zentraler Export-Hub für den Weitertransport zu Offshore-Speicherstätten in der Nordsee dienen.
Studie untersucht Transportkonzepte für Industrieunternehmen
Zwischen Mitte 2025 und Anfang 2026 analysierten die Projektpartner die Leistungsfähigkeit des deutschen Schienennetzes sowie konkrete Logistikkonzepte für elf Industrieunternehmen. Untersucht wurden Hauptstrecken, Bahnknoten und standortspezifische Anforderungen ebenso wie mögliche Engpässe. Das Ergebnis: Die bestehende Schieneninfrastruktur eignet sich grundsätzlich für den Transport verflüssigten CO₂ und bietet eine skalierbare Lösung für den Aufbau einer CO₂-Transportkette.
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Schiene soll steigende CO₂-Mengen bewältigen
Die Studie geht davon aus, dass bis 2030 täglich rund elf CO₂-Züge je Richtung zwischen Industrieunternehmen und Wilhelmshaven verkehren könnten. Bis 2033 könnte die Zahl auf bis zu 17 Züge pro Richtung steigen. Damit würde die Bahn insbesondere für emissionsintensive Industrien wie die Zement-, Kalk- oder Abfallwirtschaft eine wichtige Rolle übernehmen, da dort prozessbedingte CO₂-Emissionen häufig nicht vollständig vermieden werden können. Carbon Capture and Storage gilt deshalb als wesentlicher Baustein zur Erreichung der europäischen Klimaziele.
Spezielle Kesselwagen und bestehende Infrastruktur
Für den Transport ist der Einsatz speziell isolierter Kesselwagen vorgesehen, die tiefkalt verflüssigtes CO₂ befördern können. Nach Angaben von DB Cargo sollen etablierte Sicherheitsstandards, eine kontinuierliche Transportüberwachung und ein 24-Stunden-Notfallmanagement die sichere Beförderung gewährleisten. Zusätzlich ist vorgesehen, auf nicht elektrifizierten Strecken Zweikraftlokomotiven einzusetzen und diese mit dem Biokraftstoff HVO zu betreiben, um die Klimabilanz der Transporte weiter zu verbessern.
Wilhelmshaven soll zum CO₂-Export-Hub werden
Das von HES International geplante CO₂nnectNow-Terminal in Wilhelmshaven soll das angelieferte Kohlendioxid zwischenspeichern und anschließend per Schiff zu Offshore-Speicherstätten in der Nordsee transportieren. Harbour Energy entwickelt hierfür geeignete CO₂-Speicher. Durch die Kombination aus bestehender Schienenanbindung, Hafeninfrastruktur und geplanten Speicherkapazitäten soll eine durchgängige CO₂-Wertschöpfungskette entstehen, die Industrieunternehmen langfristige Planungssicherheit für CCS-Projekte bietet.





