Zwischen 2004 und 2024 ist das reale Haushaltseinkommen pro Kopf in der EU um 22 Prozent gestiegen. Nach einem stetigen Anstieg bis zur Finanzkrise 2008 gerieten die Einkommen ins Stocken, fielen in den Jahren 2012 und 2013 sogar leicht zurück. Erst ab 2014 setzte sich der positive Trend fort – bis zur Pandemie.
Krise, Pandemie, Erholung
Während die globale Finanzkrise zwischen 2008 und 2011 für eine Stagnation sorgte, brach das reale Pro-Kopf-Einkommen in der EU 2012 und 2013 ein. Erst ab 2014 setzte ein erneuter Anstieg ein, der 2020 jäh unterbrochen wurde: Die Corona-Pandemie führte erneut zu einem Rückgang der Einkommen. Ein kräftiges Plus im Jahr 2021 deutete auf eine Erholung hin, doch in den beiden Folgejahren blieb das Wachstum moderat. Erst 2024 beschleunigte sich der Anstieg wieder deutlich, wie erste Daten zeigen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kluft zwischen Ost und West
Ein Blick auf die Entwicklung in den einzelnen EU-Staaten offenbart laut Daten von Eurostat starke Unterschiede. Besonders in Osteuropa legten die Einkommen zu: Rumänien verzeichnete mit einem Plus von 134 Prozent den höchsten Zuwachs, gefolgt von Litauen (95 %), Polen (91 %) und Malta (90 %). In westeuropäischen Staaten fiel der Anstieg deutlich geringer aus. Spanien (11 %), Österreich (14 %), Belgien (15 %) und Luxemburg (17 %) bildeten das Schlusslicht der Wachstumstabelle.
Deutschland liegt mit 22 % genau im Durchschnitt. In Griechenland und Italien fiel das reale Haushaltseinkommen pro Kopf in den vergangenen zwei Jahrzehnten sogar – um 5 beziehungsweise 4 Prozent.


