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Gastronomie bleibt für viele zu teuer: Senkung der Mehrwertsteuer verpufft

Leeres Restaurant mit gedecktem Tisch
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Inmitten der steuerpolitischen Debatte sorgen neue Daten für Aufsehen: Die seit Jahresanfang gültige Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie kommt nicht beim Verbraucher an. Für die Gastro-Branche wiederum entsteht aufgrund veränderter Konsumgewohnheiten ein erheblicher Handlungsdruck.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Inmitten der Debatte um mögliche Steuererhöhungen sowie einer Senkung der Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln zeigen neue Daten: Die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie zeigt bislang kaum die erhoffte Wirkung. Neue Daten aus YouGov-Verbraucherbefragungen und dem Out-of-Home-Konsumentenpanel verdeutlichen, dass viele Gäste keine nennenswerte Entlastung spüren – mit spürbaren Folgen für Nachfrage und Konsumverhalten.

Preissenkungen bleiben weitgehend aus

Nur ein kleiner Teil der Verbraucher nimmt sinkende Preise wahr. Lediglich 6 Prozent berichten von günstigeren Restaurant- oder Imbisspreisen. Selbst im Fast-Food-Bereich liegt dieser Wert mit 12 Prozent nur geringfügig höher. Zwar zeigen Daten punktuelle Preisrückgänge, etwa in Schnellrestaurants. Diese relativieren sich jedoch angesichts der starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre deutlich.

Zwischen 2021 und 2025 sind die Preise in der Gastronomie erheblich gestiegen. Beispielhaft erhöhte sich der Preis für ein durchschnittliches Schnellrestaurantgericht um rund 28 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirken aktuelle Preisnachlässe aus Sicht vieler Verbraucher kaum entlastend.

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Gastronomiebesuche bleiben für viele unerschwinglich

Trotz der seit Januar 2026 geltenden steuerlicher Entlastung empfinden 72 Prozent der Befragten das Essengehen weiterhin als zu teuer. Besonders stark betroffen sind einkommensschwächere Haushalte und Familien. Diese Wahrnehmung hat direkte Auswirkungen auf das Verhalten: Mehr als ein Drittel der Konsumenten hat Gastronomiebesuche zuletzt reduziert.

Neben selteneren Besuchen bestellen Gäste auch weniger. Die Anzahl der bestellten Speisen und Getränke pro Besuch ist rückläufig. Auffällig ist, dass insbesondere bei Getränken gespart wird – ein Hinweis auf gezielte Einsparstrategien der Verbraucher.

Stimmung kippt deutlich

Die öffentliche Wahrnehmung der Maßnahme hat sich spürbar verschlechtert. Während die Steuersenkung vor ihrer Einführung noch breite Zustimmung fand, fällt die Bewertung inzwischen deutlich kritischer aus. Nur noch eine Minderheit zieht ein positives Fazit, während ein wachsender Anteil die Auswirkungen negativ bewertet.

Ein Großteil der Verbraucher ist überzeugt, dass vor allem die Gastronomie selbst von der Steuersenkung profitiert. Dies verstärkt die Skepsis gegenüber der Wirksamkeit der Maßnahme. Die erwartete Weitergabe der Entlastung an die Gäste bleibt aus Sicht vieler aus.

Verschiebung der Konsumprioritäten

Parallel zeigt sich eine strukturelle Veränderung im Ausgabeverhalten. Die Mehrheit der Konsumausgaben für Lebensmittel entfällt weiterhin auf den Einkauf für zuhause. Zudem würden viele Verbraucher eine steuerliche Entlastung im Lebensmitteleinzelhandel bevorzugen, da dort ein größeres Einsparpotenzial gesehen wird.

Für die Branche ergibt sich daraus erheblicher Handlungsdruck. Insbesondere preissensible Zielgruppen könnten langfristig verloren gehen, wenn keine überzeugenden Angebote geschaffen werden. Neben Preisstrategien gewinnen daher auch Mehrwert, Qualität und Erlebnis zunehmend an Bedeutung.

Ausblick: Wirkung bleibt begrenzt

Die aktuellen Daten zeigen, dass die Mehrwertsteuersenkung allein nicht ausreicht, um die Nachfrage nachhaltig zu stärken. Externe Faktoren wie steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken weiterhin belastend. Für die Gastronomie wird entscheidend sein, wie sie auf veränderte Erwartungen und ein vorsichtigeres Konsumverhalten reagiert.

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