Die geplante Einführung der europäischen digitalen Brieftasche trifft in Deutschland auf breite Zustimmung. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung zeigt laut einer Bitkom-Umfrage Interesse an der Nutzung ab 2027. Gleichzeitig offenbaren sich jedoch deutliche Defizite bei den technischen Voraussetzungen, die eine flächendeckende Anwendung bislang erschweren.
Großes Interesse, geringe technische Vorbereitung
54 Prozent der Deutschen wollen die EUDI-Wallet nach ihrem Start nutzen. Dem gegenüber steht jedoch eine geringe Verbreitung der notwendigen eID-Funktion des Personalausweises. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat diese vollständig aktiviert und kann sie sofort einsetzen, während viele entweder ihre PIN nicht kennen oder die Funktion noch gar nicht freigeschaltet haben.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Digitale Dokumente im Fokus der Nutzer
Besonders gefragt ist die Möglichkeit, wichtige Dokumente wie Ausweise oder Führerscheine digital zu speichern. Auch das elektronische Signieren von Verträgen sowie der digitale Identitätsnachweis bei Behörden oder Banken stoßen auf großes Interesse. Darüber hinaus wünschen sich viele Nutzer vereinfachte Login-Prozesse für digitale Dienste.
Staatliche Anbieter genießen größtes Vertrauen
Bei der Wahl der Wallet-Anbieter bevorzugt die Mehrheit staatliche Lösungen. Gleichzeitig zeigt sich ein Teil der Bevölkerung offen für private Anbieter oder Mischmodelle. Langfristig wird erwartet, dass mehrere Anwendungen parallel verfügbar sein werden.
Handlungsbedarf bei Aktivierung und Aufklärung
Um die Nutzung der EUDI-Wallet zum Start zu ermöglichen, sehen Experten vor allem politischen Handlungsbedarf. Vereinfachte Aktivierungsprozesse und umfassende Informationskampagnen könnten dazu beitragen, bestehende Hürden abzubauen und die digitale Identität in der Breite zu etablieren.


