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Insolvenz und Betrugsvorwürfe: Cleverbuy stoppt Betrieb

Kundenhinweis zur Insolvenz von Cleverbuy
Foto: cleverbuy.de

Key takeaways

Der Re-Commerce-Anbieter Cleverbuy hat Insolvenz angemeldet und stellt mit sofortiger Wirkung den Betrieb ein. Klagen, Betrugsvorwürfe und monatelange Beschwerden zwingen das Unternehmen in die Knie.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Das Online-Ankaufsportal Cleverbuy hat seinen Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt und sämtliche Zahlungsaktivitäten gestoppt. Ausstehende Auszahlungen, ein laufendes Strafverfahren und zunehmende Verbraucherschutz-Klagen bringen den Anbieter für gebrauchte Elektronik in erhebliche wirtschaftliche und rechtliche Schwierigkeiten.

Geschäfts­stopp und Insolvenzantrag

Die in Krefeld ansässige Cleverbuy GmbH hat nach eigenen Angaben den An- und Verkauf gebrauchter Elektronik vollständig eingestellt. Weder werden Geräte angenommen noch verkauft, Einsendungen werden zurückgewiesen. Als Grund nennt das Unternehmen massive Zahlungsprobleme. Parallel dazu wurde ein Insolvenzverfahren beantragt.

Auch Übernahmegespräche mit einem anderen Anbieter, die das Geschäftsmodell stabilisieren sollten, sind gescheitert. Ob Marke oder Geschäftsteile fortgeführt werden können, bleibt offen.

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Betrugsvorwürfe vor Gericht

Zeitgleich läuft ein Strafverfahren gegen den Geschäftsführer sowie eine leitende Mitarbeiterin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßigen Betrug und Kennzeichenverletzungen vor. In insgesamt 115 Fällen sollen vereinbarte Auszahlungen an Kunden ausgeblieben sein, der Schaden beläuft sich Medienberichten nach auf mehr als 70.000 Euro.

Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass Geräte mit gefälschten Verpackungen oder Siegeln als neuwertig verkauft wurden. Die Fortsetzung des Verfahrens ist für Anfang Mai angesetzt. Die juristische Bewertung dürfte auch für mögliche zivilrechtliche Ansprüche weiterer Betroffener relevant sein.

Verbraucherschutz und frühere Klagen

Bereits zuvor hatten Verbraucherschützer wiederholt vor Cleverbuy gewarnt. Zahlreiche Beschwerden über ausbleibende oder stark verzögerte Auszahlungen beschäftigten die Verbraucherzentralen; zwischen Anfang 2024 und Oktober 2025 wurden über 900 Fälle registriert. Versprechen wie schnelle oder direkte Überweisungen seien häufig nicht eingehalten worden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte das Unternehmen zudem wegen irreführender Werbung vor dem Landgericht Düsseldorf verklagt. Kritisiert wurde unter anderem die Aussage, Auszahlungen erfolgten direkt auf das Bankkonto – ein Versprechen, das laut Klägern oft nicht erfüllt wurde.

Markt für Gebrauchttechnik unter Druck

Plattformen für gebrauchte Elektronik sind ein wachsendes Segment im E-Commerce. Sie bieten einfache Verkaufsprozesse und günstige Alternativen zum Neukauf. Der Fall Cleverbuy zeigt jedoch, wie anfällig dieses Modell bei organisatorischen Schwächen und finanziellen Engpässen ist.

Verzögerte Zahlungen, rechtliche Konflikte und Klagen können das Vertrauen der Nutzer schnell untergraben. Ob eine Insolvenzverwaltung eine Restrukturierung oder einen Verkauf von Unternehmensteilen erreicht, ist derzeit unklar. Für viele Kunden bleibt Cleverbuy vor allem ein warnendes Beispiel für die Risiken im Second-Hand-Onlinehandel.

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