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Europas Fahrradmarkt schrumpft weiter – Branche setzt auf neue Wachstumsphase

BMX Bike Fahrrad
Foto: Daniel Frank / Pexels

Key takeaways

Der europäische Fahrradmarkt schrumpft weiter, doch Experten erwarten mittelfristig Wachstum. Sinkende Preise, struktureller Wandel und die Verkehrswende könnten die Nachfrage wieder beleben.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der europäische Fahrradmarkt bleibt unter Druck: Auch im Jahr 2025 verzeichnete die Branche rückläufige Umsätze und sinkende Absatzzahlen. Dennoch sehen Experten mittelfristig wieder Wachstumspotenzial – getrieben vor allem durch strukturelle Trends wie die Verkehrswende und eine breitere Nachfrage nach E-Bikes. Das zeigt eine aktuelle Analyse von EY-Parthenon.

Markt schrumpft in Europa und Deutschland

Europaweit sank der Umsatz im Jahr 2025 um rund drei Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Parallel ging die Zahl der verkauften Fahrräder um vier Prozent auf 15,2 Millionen zurück.

Besonders deutlich fiel der Rückgang in Deutschland aus, dem größten Einzelmarkt Europas: Hier verringerte sich der Umsatz um knapp acht Prozent auf 5,85 Milliarden Euro, während die Stückzahlen um vier Prozent auf 3,7 Millionen Fahrräder sanken. Damit entwickelte sich der deutsche Markt schwächer als der europäische Durchschnitt.

Einzelne Länder wie Spanien und Österreich konnten sich dem Trend entziehen und verzeichneten teils deutliche Zuwächse. Insgesamt dominiert jedoch weiterhin eine Phase der Konsolidierung.

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E-Bike-Markt zeigt erste Sättigungstendenzen

Ein zentraler Treiber der vergangenen Jahre verliert an Dynamik: Der E-Bike-Anteil am Absatz stabilisiert sich in vielen Märkten. In Deutschland liegt er inzwischen bei 53 Prozent und deutet damit auf eine beginnende Marktsättigung hin.

Auch die Preise entwickeln sich rückläufig. E-Bikes verbilligten sich hierzulande um rund vier Prozent auf durchschnittlich 2.550 Euro. Während klassische Fahrräder preislich stabil bleiben, drückt insbesondere der Preisrückgang im E-Bike-Segment den Gesamtmarkt.

Europaweit blieb der E-Bike-Anteil mit 30 Prozent stabil, mit Ausnahme von Spanien, wo weiterhin Wachstum verzeichnet wird.

Preisentwicklung regional unterschiedlich

Die Preisentwicklung zeigt ein heterogenes Bild: Während Deutschland und Frankreich sinkende Durchschnittspreise verzeichnen, steigen diese in Ländern wie Österreich, den Niederlanden und Spanien deutlich an.

Im europäischen Durchschnitt legte der Fahrradpreis leicht um zwei Prozent auf 1.149 Euro zu, bleibt damit jedoch deutlich unter dem deutschen Niveau.

Struktureller Wandel im Produktmix

Innerhalb der Segmente verschieben sich die Marktanteile spürbar. Besonders dynamisch entwickelt sich das sogenannte Dropbar-Segment, zu dem Gravel Bikes zählen. In Deutschland erreicht dieses Segment mittlerweile einen Anteil von neun Prozent und gewinnt weiter an Bedeutung.

Demgegenüber verlieren klassische Kategorien wie Trekking-, City- und Mountainbikes teilweise an Marktanteilen. Auch wenn Mountainbikes weiterhin ein wichtiges Segment darstellen, war ihre Nachfrage zuletzt leicht rückläufig.

Zudem etablieren sich Lastenräder zunehmend als eigenständiger Wachstumsmarkt. Seit 2019 wachsen die Verkaufszahlen jährlich zweistellig, was ihre Bedeutung im urbanen Mobilitätsmix unterstreicht.

Konsolidierung nach Boomphase

Die aktuelle Marktschwäche ist vor allem eine Folge der außergewöhnlich starken Nachfrage während der Corona-Jahre. Viele Hersteller kämpfen nun mit hohen Lagerbeständen, sinkenden Absätzen und zunehmendem Preisdruck.

Gleichzeitig wirken sich eine zurückhaltende Konsumstimmung und wirtschaftliche Unsicherheiten negativ auf die Nachfrage aus.

Experten sprechen daher von einer Übergangsphase, in der sich der Markt neu ausbalanciert.

Mittelfristig wieder Wachstum erwartet

Trotz der kurzfristigen Herausforderungen blickt die Branche vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Für die kommenden zwölf Monate erwarten rund die Hälfte der befragten Experten ein Wachstum, während ein großer Teil von einer stagnierenden Entwicklung ausgeht.

Langfristig fällt die Einschätzung deutlich positiver aus: Bis 2031 rechnen rund 62 Prozent der Branchenvertreter mit einem erneuten Wachstum des Marktes.

Treiber dieser Entwicklung dürften vor allem strukturelle Veränderungen im Mobilitätsverhalten sein. E-Bikes gelten zunehmend als zentraler Baustein der Verkehrswende, insbesondere auf kurzen Strecken.

Die aktuellen Preisrückgänge könnten zudem neue Käufergruppen erschließen und die Nachfrage mittelfristig wieder beleben. Damit könnte die derzeitige Konsolidierung den Übergang in eine neue Wachstumsphase markieren.

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