Fünf führende europäische Zahlungsdienste – Bancomat, Bizum, EPI, SIBS-MB WAY und Vipps MobilePay – haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, das den Startschuss für eine gemeinsame, souveräne Bezahlinfrastruktur in Europa markiert. Ziel ist es, bis 2027 eine grenzüberschreitende, interoperable Lösung für P2P-, E-Commerce- und POS-Zahlungen zu etablieren.
Ein europäisches Zahlungsnetzwerk nimmt Form an
Die Unterzeichner, allesamt Mitglieder der EuroPA-Allianz, bündeln ihre bestehenden nationalen Bezahlsysteme und schaffen eine technische Schnittstelle – einen zentralen Interoperabilitäts-Hub. Darüber sollen Zahlungen künftig nahtlos zwischen den einzelnen Lösungen abgewickelt werden. Die Nutzer behalten ihre gewohnten Apps und Prozesse, während Händler europaweit Zahlungen über ein einheitliches System akzeptieren können.
Der Zusammenschluss bringt ein gewaltiges Potenzial mit: Rund 130 Millionen Nutzer in 13 europäischen Ländern sind bereits heute Teil des Netzwerks. Neben EU-Ländern wie Deutschland, Italien und Frankreich sind auch Norwegen, Andorra und die Schweiz eingebunden oder eingeladen. Auch Länder ohne eigene Lösung sollen über bestehende Systeme der Partner integriert werden können.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Fahrplan für Umsetzung steht
Nach erfolgreichem Abschluss der Machbarkeitsphase wird nun mit der technischen Umsetzung begonnen. Bereits 2026 sollen grenzüberschreitende Peer-to-Peer-Zahlungen ermöglicht werden. Ein Jahr später folgen E-Commerce- und POS-Anwendungen. Damit sollen sowohl Verbraucher als auch Händler von einer europäischen Lösung profitieren, die unabhängig von internationalen Akteuren agiert und auf bestehender Infrastruktur aufsetzt.
Die beteiligten Unternehmen betonen, dass durch diese Zusammenarbeit Europas digitale Souveränität im Zahlungsverkehr gestärkt werde. Die neue Initiative knüpft an erste Erfolge der EuroPA-Allianz in Ländern wie Spanien, Italien und Portugal an. Dort wurden 2025 bereits grenzüberschreitend sechs Millionen Euro transferiert – ganz ohne Werbung.
Die künftige gemeinsame Marke soll neben den bestehenden nationalen Logos auftauchen und so die Akzeptanz über Ländergrenzen hinweg sichtbar machen.


