Die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum sind im Juli 2026 leicht gesunken. Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Befragten im Median mit einer Teuerungsrate von 2,9 Prozent, nachdem es im Juni noch 3,0 Prozent waren. Auch auf Sicht von drei Jahren ging der erwartete Wert von 2,8 auf 2,7 Prozent zurück. Das zeigen die jüngsten Ergebnisse der Verbraucherumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB).
Unverändert blieben dagegen die langfristigen Erwartungen: Für einen Zeitraum von fünf Jahren rechnen die Verbraucher weiterhin mit 2,4 Prozent Inflation. Die für die vergangenen zwölf Monate wahrgenommene Teuerung verringerte sich ebenfalls leicht von 3,6 auf 3,5 Prozent.
Einkommenswachstum bleibt hinter den Ausgaben zurück
Bei den persönlichen Finanzen rechnen die Verbraucher mit einer verhaltenen Entwicklung. Das erwartete Wachstum der nominalen Einkommen in den kommenden zwölf Monaten sank von 1,1 auf 1,0 Prozent. Gleichzeitig blieb die Erwartung für das Wachstum der nominalen Ausgaben mit 3,6 Prozent unverändert.
Damit liegt der erwartete Anstieg der Ausgaben weiterhin deutlich über dem erwarteten Einkommenszuwachs. Für die vergangenen zwölf Monate nahmen die Befragten ein Wachstum ihrer nominalen Ausgaben von 5,1 Prozent wahr. Verbraucher aus den drei unteren Einkommensgruppen erwarten zudem ein etwas stärkeres Ausgabenwachstum als Haushalte aus den beiden oberen Einkommensgruppen.
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Konjunkturausblick verbessert sich etwas
Etwas weniger pessimistisch beurteilen die Verbraucher die wirtschaftliche Entwicklung. Für die kommenden zwölf Monate erwarten sie ein Wirtschaftswachstum von minus 1,2 Prozent. Im Juni hatte der entsprechende Wert noch bei minus 1,4 Prozent gelegen.
Die erwartete Arbeitslosenquote blieb mit 11,2 Prozent stabil. Allerdings zeigen weitere Ergebnisse eine gewisse Eintrübung am Arbeitsmarkt. Erwerbslose Befragte schätzten die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Monaten eine Stelle zu finden, im Juli auf 30,8 Prozent. Im April waren es noch 32,1 Prozent.
Gleichzeitig stieg unter Erwerbstätigen die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsplatzverlustes innerhalb der kommenden drei Monate von 8,8 Prozent im April auf 9,8 Prozent im Juli. Besonders hoch bleiben die erwarteten Arbeitslosenquoten bei einkommensschwächeren Haushalten.
Immobilienpreise sollen weiter um 3,4 Prozent steigen
Bei selbst genutzten Immobilien rechnen die Verbraucher für die kommenden zwölf Monate weiterhin mit einem Preisanstieg von 3,4 Prozent. Damit änderte sich die Erwartung gegenüber Juni nicht. Einkommensschwächere Befragte erwarten mit durchschnittlich 4,0 Prozent einen stärkeren Zuwachs als die einkommensstärkste Gruppe mit 3,1 Prozent.
Leicht zurück gingen dagegen die Erwartungen an die Finanzierungskosten. Für Hypothekenzinsen in zwölf Monaten rechnen die Befragten mit durchschnittlich 4,9 Prozent nach 5,0 Prozent im Juni. Gleichzeitig stieg der Anteil der Verbraucher, die innerhalb der vergangenen drei Monate einen Kreditantrag gestellt hatten, von 13,4 Prozent im April auf 14,3 Prozent im Juli.
EZB befragt rund 19.000 Verbraucher
Die Consumer Expectations Survey wird monatlich online unter rund 19.000 Menschen ab 18 Jahren in elf Ländern des Euroraums durchgeführt. Die aktuelle Erhebung fand vom 2. bis 27. Juli 2026 statt. Ihre Ergebnisse fließen in die geldpolitische Analyse der EZB ein und ergänzen weitere Datenquellen der Zentralbank.
Dabei zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Verbraucher mit niedrigeren Einkommen nehmen die Inflation im Durchschnitt höher wahr und erwarten auch künftig eine stärkere Teuerung als Haushalte mit höheren Einkommen. Jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren schätzen sowohl die bisherige als auch die künftige Inflation niedriger ein als ältere Verbraucher.





