Die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum sind im August 2026 auf allen betrachteten Zeithorizonten gestiegen. Laut der aktuellen Consumer Expectations Survey der Europäischen Zentralbank blieb die wahrgenommene Inflation der vergangenen zwölf Monate zwar unverändert bei 3,5 Prozent, die Erwartungen für die Zukunft zogen jedoch an.
Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Befragten im Median mit 3,0 Prozent Inflation nach 2,9 Prozent im Juli. Auf Sicht von drei Jahren stieg der Wert von 2,7 auf 2,9 Prozent, für fünf Jahre von 2,4 auf 2,5 Prozent.
Niedrigere Einkommen erwarten höhere Inflation
Die Unsicherheit über die kurzfristige Preisentwicklung nahm im August etwas ab, blieb aber über dem Niveau vor Beginn des Nahost-Konflikts. Befragte aus dem untersten Einkommensquintil meldeten weiterhin höhere Inflationserwartungen als Haushalte mit höheren Einkommen.
Auch beim Alter zeigen sich Unterschiede. Jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren schätzen die Inflation weiterhin niedriger ein als ältere Verbrauchergruppen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Einkommen und Konsumausgaben bleiben stabil
Die Erwartungen für das nominale Einkommenswachstum in den kommenden zwölf Monaten verharrten bei 1,0 Prozent. Gleichzeitig blieben die erwarteten nominalen Konsumausgaben mit einem Plus von 3,6 Prozent unverändert.
Die wahrgenommenen Ausgabensteigerungen der vergangenen zwölf Monate nahmen dagegen leicht von 5,1 auf 5,2 Prozent zu. Damit bleibt die erwartete Ausgabenentwicklung deutlich höher als das erwartete Einkommenswachstum.
Konjunkturbild bleibt schwach
Bei der wirtschaftlichen Entwicklung rechnen Verbraucher weiterhin mit einem Rückgang. Die Erwartung für das Wachstum im Euroraum in den kommenden zwölf Monaten blieb bei minus 1,2 Prozent.
Etwas verbessert hat sich dagegen der Blick auf den Arbeitsmarkt. Die erwartete Arbeitslosenquote in zwölf Monaten sank von 11,2 auf 11,0 Prozent. Haushalte mit niedrigen Einkommen rechnen weiterhin mit deutlich höheren Arbeitslosenquoten als einkommensstärkere Befragte.
Erwartungen für Immobilienpreise unverändert
Bei Immobilien rechnen Verbraucher weiterhin mit einem Preisanstieg von 3,4 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. Auch die erwarteten Hypothekenzinsen blieben stabil und lagen bei 4,9 Prozent.
Gleichzeitig nahm der Anteil der Haushalte ab, die von einer Verschärfung der Kreditbedingungen berichten oder künftig mit einer stärkeren Einschränkung des Kreditzugangs rechnen. Insgesamt zeigt die Umfrage damit steigende Inflationssorgen bei zugleich weitgehend stabilen Erwartungen für Einkommen, Konsum und Immobilienmarkt.




