HelloFresh rechnet im dritten Quartal 2026 mit einem deutlich schwächeren Umsatz als bislang erwartet und senkt deshalb seine Prognose für das Gesamtjahr. Ausschlaggebend ist eine geringere Neukundengewinnung während der wichtigen Back-to-School-Periode.
Nach vorläufiger Einschätzung des Vorstands konnte in diesem Zeitraum nicht genügend neues Kundenvolumen aufgebaut werden, um die bisherige Jahresprognose und die aktuellen Markterwartungen zu erreichen. Als Hauptgrund nennt HelloFresh die stärkere Reduzierung der Marketingausgaben im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Umsatzrückgang im dritten Quartal bei 11 bis 12 Prozent erwartet
Für das dritte Quartal 2026 erwartet HelloFresh nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 11 bis 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im dritten Quartal 2025 hatte das Minus bei 9,3 Prozent gelegen.
Damit dürfte das Unternehmen deutlich unter der zuletzt ermittelten Markterwartung bleiben. Der Analystenkonsens lag laut HelloFresh bei einem währungsbereinigten Rückgang von 6,8 Prozent.
Auch beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen mit einer schwächeren Entwicklung als vom Markt erwartet. Das währungsbereinigte bereinigte EBITDA soll im dritten Quartal zwischen rund 45 und 55 Millionen Euro liegen. Der Analystenkonsens beträgt 57,2 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte HelloFresh ein AEBITDA von 40 Millionen Euro ausgewiesen.
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Jahresprognose für Umsatz wird deutlich gesenkt
Aufgrund der schwächeren Entwicklung passt HelloFresh auch den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 an. Der währungsbereinigte Umsatz soll nun um 9 bis 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen.
Bislang hatte das Unternehmen einen Rückgang am unteren Ende einer Spanne von 3 bis 6 Prozent erwartet. Der aktuelle Analystenkonsens geht nach Angaben von HelloFresh von einem Minus von 6,9 Prozent aus.
Die neue Umsatzprognose liegt damit klar unter den bisherigen Erwartungen und spiegelt die schwächere Kundengewinnung im zweiten Halbjahr wider.
AEBITDA-Spanne fällt auf 350 bis 370 Millionen Euro
Auch die Ergebnisprognose wird nach unten angepasst. HelloFresh erwartet für 2026 nun ein währungsbereinigtes AEBITDA zwischen 350 und 370 Millionen Euro.
Zuvor hatte die Spanne bei 375 bis 425 Millionen Euro gelegen. Der Analystenkonsens beträgt aktuell 375,6 Millionen Euro und liegt damit oberhalb der neuen Prognosespanne.
Trotz des stärkeren Umsatzrückgangs bleibt das erwartete operative Ergebnis im dritten Quartal über dem Vorjahreswert. Dies deutet darauf hin, dass die geringeren Marketingausgaben zwar das Neukundenwachstum belasten, gleichzeitig aber einen Teil des Ergebnisdrucks abfedern.
Weniger Marketing belastet Kundengewinnung
HelloFresh führt die schwächere Entwicklung ausdrücklich auf die reduzierte Marketingintensität zurück. Die Kürzung der Marketingausgaben im dritten Quartal fiel demnach stärker aus als noch im ersten Halbjahr.
Die Back-to-School-Phase hat für das Unternehmen traditionell eine hohe Bedeutung, weil in diesem Zeitraum besonders viele neue Kunden gewonnen werden. Bleibt das Akquisitionsvolumen hinter den Erwartungen zurück, wirkt sich dies unmittelbar auf Bestellvolumen und Umsatzentwicklung aus.
Damit zeigt sich erneut der Zielkonflikt zwischen Marketingeffizienz, Profitabilität und Wachstum. Niedrigere Ausgaben können kurzfristig das Ergebnis stabilisieren, gleichzeitig aber die Kundenbasis und damit das Umsatzpotenzial schwächen.
Quartalszahlen folgen Anfang November
Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026 will HelloFresh wie geplant am 5. November veröffentlichen.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die jetzt genannten Werte noch ungeprüft sind und auf vorläufigen Erkenntnissen beruhen. Die endgültigen Ergebnisse können daher von den veröffentlichten Spannen abweichen.





