Die angespannte wirtschaftliche Lage hinterlässt zunehmend Spuren auf dem deutschen Ausbildungsmarkt. Wie eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, ist sowohl das betriebliche Ausbildungsplatzangebot als auch die Übernahmequote von Auszubildenden im Jahr 2025 zurückgegangen. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt – trotz einer wachsenden Zahl junger Menschen ohne Ausbildungsplatz.
Übernahmequote fällt nach Rekordjahr deutlich zurück
Nachdem 2024 noch ein Höchstwert erreicht worden war, sank die Übernahmequote von Auszubildenden 2025 auf 75 Prozent. Besonders gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung hatten Absolventen in den Bereichen Energieversorgung, Bergbau, Finanz- und Versicherungswesen sowie in der öffentlichen Verwaltung. Dort wurden jeweils rund neun von zehn Auszubildenden übernommen.
Deutlich geringer fiel die Übernahmequote dagegen in der Land- und Forstwirtschaft sowie bei personenbezogenen Dienstleistungen aus. Auch das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr und übernahm nur noch 77 Prozent seiner Auszubildenden.
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Viele Ausbildungsplätze bleiben weiterhin unbesetzt
Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen ging zwar auf 30 Prozent zurück und liegt damit unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Dennoch bleibt die Quote weiterhin hoch. Besonders betroffen ist das Baugewerbe, in dem nahezu jede zweite Ausbildungsstelle unbesetzt blieb.
Auch im verarbeitenden Gewerbe konnte die Nichtbesetzungsquote trotz leichter Verbesserung nicht wesentlich gesenkt werden. Dort blieb fast jede dritte angebotene Ausbildungsstelle vakant.
Wirtschaftliche Unsicherheit bremst Ausbildungsbereitschaft
Die Ausbildungsbeteiligung der Unternehmen ist erneut leicht gesunken. Im Jahr 2025 bildeten nur noch 55 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe beziehungsweise 29 Prozent aller Unternehmen aus. Nach Einschätzung des IAB führen unsichere Geschäftserwartungen dazu, dass Betriebe sowohl bei neuen Ausbildungsverträgen als auch bei der Übernahme von Auszubildenden zurückhaltender agieren.
IAB warnt vor weiterer Verschärfung
Für das kommende Ausbildungsjahr rechnen die Forscher mit einer weiteren Abschwächung. Die verschlechterten Konjunkturaussichten könnten dazu führen, dass die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge sogar unter den bisherigen Tiefstand des Jahres 2020 fällt.
Gleichzeitig bleibt die Situation widersprüchlich: Während immer mehr Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden, gelingt es vielen Betrieben weiterhin nicht, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Das IAB sieht deshalb einen stärkeren Abgleich zwischen Betrieben und Ausbildungsinteressierten als entscheidenden Ansatz, um einen weiteren Rückgang am Ausbildungsmarkt zu verhindern.






