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Fast 20 Prozent der Einzelhändler haben Angst um wirtschaftliche Existenz

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Schwache Nachfrage, steigende Kosten und geopolitische Unsicherheiten bringen viele Unternehmen zunehmend unter Druck. Laut ifo sehen inzwischen 17 Prozent der Einzelhändler in Deutschland die wirtschaftliche Existenz gefährdet.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland bleibt angespannt. Laut aktueller Konjunkturumfrage des ifo Instituts sieht inzwischen jedes zwölfte Unternehmen seine wirtschaftliche Existenz bedroht. Besonders betroffen sind Einzelhandel, Gastronomie und Teile des Dienstleistungssektors.

Einzelhandel erreicht neuen Höchststand

Im April 2026 stuften 8,1 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als existenzgefährdend ein. Besonders kritisch ist die Situation im Einzelhandel. Dort sehen sich 17,4 Prozent der Betriebe bedroht – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung.

Als Hauptgründe gelten die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher, wachsender Konkurrenzdruck durch den Online-Handel sowie günstige Anbieter aus dem Ausland.

Auch im gesamten Handelssektor bleibt die Lage schwierig. Zahlreiche Unternehmen berichten von sinkenden Umsätzen und zunehmendem wirtschaftlichem Druck.

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Hohe Kosten und schwache Nachfrage belasten Unternehmen

Branchenübergreifend nennen Unternehmen vor allem drei Belastungsfaktoren: schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie zunehmende Bürokratie.

Zusätzlich verschärfen Liquiditätsprobleme entlang der Lieferketten die Situation vieler Betriebe. Unternehmen berichten laut ifo davon, dass Kunden Aufträge stornieren, Rechnungen später bezahlen oder selbst insolvent werden.

Dadurch übertragen sich wirtschaftliche Probleme zunehmend auf Zulieferer und Dienstleister.

Gastronomie und Dienstleistungen stark betroffen

Im Dienstleistungssektor sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht. Besonders hoch ist der Anteil im Bereich Beherbergung und Gastronomie mit fast 20 Prozent.

Auch Werbe- und Marktforschungsunternehmen melden überdurchschnittlich hohe Belastungen.

Die Unternehmen kämpfen weiterhin mit steigenden Kosten, zurückhaltenden Kunden und unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Industrie und Bau bleiben unter Druck

In der Industrie ging der Anteil existenzgefährdeter Unternehmen zwar leicht zurück, dennoch bleibt die Belastung hoch. Vor allem hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie internationale Wettbewerbsnachteile setzen exportorientierte Branchen unter Druck.

Im Bauhauptgewerbe verschlechterte sich die Lage erneut leicht. Besonders der Wohnungsbau leidet weiterhin unter Auftragsrückgängen, langen Genehmigungsverfahren und zurückhaltender Kreditvergabe durch Banken.

Das ifo Institut erwartet vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender wirtschaftlicher Belastungen weiterhin hohe Insolvenzzahlen in den kommenden Monaten.

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