Die Importpreise in Deutschland sind im April 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen sie um 5,3 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber März 2026 um 1,2 %. Damit wurde der stärkste Anstieg seit Januar 2023 erreicht.
Energie und Vorleistungsgüter treiben Preise
Den größten Einfluss auf die Entwicklung hatten Energiepreise und Vorleistungsgüter. Energieimporte verteuerten sich im Vergleich zum April 2025 um 31,0 % und gegenüber dem Vormonat um 2,8 %. Besonders stark stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse (+58,1 %), Erdöl (+47,5 %), Steinkohle (+8,1 %) und Erdgas (+6,9 %).
Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich deutlich um 7,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat und um 2,4 % im Monatsvergleich. Hier stiegen insbesondere die Preise für Nicht-Eisen-Metalle (+27,6 %) sowie Edelmetalle (+49,9 %). Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich um 22,9 % gegenüber April 2025 und um 7,6 % gegenüber März 2026.
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Einfluss geopolitischer Entwicklungen
Als wesentlicher Treiber der Preisentwicklung gilt der Krieg im Iran und im Nahen Osten. Dieser führte zu starken Preisanstiegen bei Energieträgern und Rohstoffen und beeinflusst damit die gesamte Importpreisentwicklung.
Ohne Energiepreise lag der Anstieg der Importpreise bei 2,8 % gegenüber dem Vorjahr (+1,0 % gegenüber März 2026). Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse betrug der Anstieg 2,9 % (+0,9 % gegenüber März 2026).
Landwirtschaftliche Güter und Konsumgüter günstiger
Im Gegensatz dazu sanken die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter um 4,7 % gegenüber April 2025 und um 2,2 % gegenüber März 2026. Rohkakao war 51,1 % günstiger als im Vorjahr, Rohkaffee 16,6 % und Getreide 6,1 %. Lebende Schweine kosteten 17,1 % weniger als ein Jahr zuvor.
Auch Konsumgüter waren im Durchschnitt 1,4 % günstiger als im Vorjahr, während sie im Monatsvergleich leicht um 0,1 % stiegen. Nahrungsmittelpreise lagen 5,4 % unter dem Vorjahresniveau, unter anderem durch starke Rückgänge bei Kakaoprodukten (-57,2 %), Frucht- und Gemüsesäften (-26,3 %) sowie Milchprodukten (-13,3 %).
Exportpreise ebenfalls gestiegen
Die Exportpreise lagen im April 2026 um 2,9 % über dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber März 2026 um 0,8 %. Besonders stark verteuerten sich Energieexporte um 27,0 % gegenüber April 2025 und um 4,0 % gegenüber dem Vormonat.
Dabei stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 52,4 %, während Flugturbinenkraftstoff um 106,3 % teurer war als im Vorjahr. Erdgas verteuerte sich um 7,9 %.
Vorleistungsgüter machten auch bei den Exporten den größten Anteil aus und verteuerten sich um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr sowie um 1,7 % im Monatsvergleich. Investitionsgüter lagen 1,6 % über dem Vorjahresniveau (+0,3 % gegenüber März 2026).
Landwirtschaftliche Exportgüter waren 5,7 % günstiger als im Vorjahr (-0,7 % gegenüber März 2026). Konsumgüter insgesamt verbilligten sich um 0,3 % gegenüber April 2025, stiegen jedoch im Monatsvergleich um 0,2 %.
Innerhalb der Verbrauchsgüter sanken insbesondere die Preise für Nahrungsmittel um 5,4 %, darunter Kakaoprodukte um 35,5 % und Milchprodukte um 11,5 %. Gleichzeitig verteuerte sich exportiertes Rindfleisch um 14,3 % gegenüber dem Vorjahr.


