Die Importpreise in Deutschland sind im Juni 2026 deutlich gestiegen und lagen laut Statistischem Bundesamt um 6,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit bleibt der Preisauftrieb im Außenhandel hoch, auch wenn sich die Dynamik zuletzt leicht abgeschwächt hat. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Importpreise jedoch um 0,7 Prozent. Parallel dazu entwickelten sich auch die Exportpreise weiter positiv.
Energie und Vorleistungsgüter treiben Importpreise
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Importpreise hatten erneut Energie und Vorleistungsgüter. Energie verteuerte sich im Jahresvergleich um 23,9 Prozent, während die Preise für Vorleistungsgüter um 10,3 Prozent stiegen. Besonders stark legten die Preise für elektrischen Strom, Mineralölerzeugnisse und Rohöl zu.
Auch bei industriellen Vorprodukten kam es zu deutlichen Preissteigerungen. Vor allem Nicht-Eisen-Metalle wie Kupfer sowie Edelmetalle verteuerten sich erheblich. Ebenso lagen die Preise für Düngemittel und Kunststoffe deutlich über dem Vorjahresniveau. Hintergrund dieser Entwicklung sind unter anderem geopolitische Spannungen und gestiegene Rohstoffkosten.
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Rückgänge bei Agrar- und Konsumgütern
Während Energie und Vorleistungsgüter die Preise nach oben treiben, entwickelten sich andere Bereiche gegenteilig. Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt 6,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Besonders stark sanken die Preise für Rohkakao und Schweine.
Auch Konsumgüter verbilligten sich leicht. Insgesamt lagen die Preise für importierte Ge- und Verbrauchsgüter um 0,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Vor allem Nahrungsmittel wurden deutlich günstiger, wobei einzelne Produkte weiterhin Preisanstiege verzeichneten.
Exportpreise steigen moderat weiter
Die Exportpreise lagen im Juni 2026 um 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres und verzeichneten damit den stärksten Anstieg seit Anfang 2023. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie leicht um 0,1 Prozent.
Auch hier spielten Vorleistungsgüter eine zentrale Rolle, deren Preise deutlich anzogen. Zusätzlich wirkten sich steigende Energiepreise auf die Exportseite aus. Mineralölerzeugnisse und andere Energieprodukte verteuerten sich im Jahresvergleich erheblich, auch wenn sie gegenüber dem Vormonat teilweise günstiger wurden.
Unterschiedliche Entwicklung je Gütergruppe
Während Investitionsgüter im Export moderat teurer wurden, entwickelten sich Konsumgüter nur leicht. Verbrauchsgüter lagen preislich teilweise sogar unter dem Vorjahresniveau. Besonders Nahrungsmittel wurden im Export deutlich günstiger, was die Gesamtentwicklung dämpfte.
Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Energie und industrielle Vorprodukte die Preise im Außenhandel weiter nach oben treiben, sorgen rückläufige Preise bei Agrar- und Konsumgütern für eine gewisse Entlastung. Die Entwicklung bleibt damit stark von globalen Rohstoffmärkten und geopolitischen Faktoren geprägt.




