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Strukturelle Krise: Insolvenzen in Europa erreichen 20-Jahres-Hoch

Stempel mit Schriftzug Insolvent
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Europa erreicht ein neues Hoch. Besonders Westeuropa ist betroffen, während strukturelle Probleme und schwache Konjunktur die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verschärfen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Europa ist im Jahr 2025 erneut gestiegen und hat in Westeuropa den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht. Insgesamt wurden laut Berechnungen von Credtireform 197.610 Insolvenzen registriert – ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Strukturelle Belastungen nehmen zu

Die Entwicklung geht laut Analyse über eine klassische Konjunkturschwäche hinaus. Neben einem schwachen Welthandel und geopolitischen Risiken belasten strukturelle Faktoren wie hohe Energiepreise und bürokratische Hürden die Unternehmen zunehmend.

Diese Kombination führt dazu, dass viele Betriebe ihre wirtschaftliche Substanz verlieren und anfälliger für Krisen werden.

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Westeuropa besonders betroffen

In Westeuropa liegt das Insolvenzniveau inzwischen über dem Stand nach der Finanzkrise 2008/2009. Nach starken Anstiegen in den Vorjahren hat sich das Wachstum der Insolvenzen zwar etwas verlangsamt, bleibt jedoch auf hohem Niveau.

Ein Großteil der Länder verzeichnete steigende Fallzahlen. Besonders stark fiel der Anstieg in der Schweiz, Griechenland und Finnland aus. Auch Deutschland und Österreich meldeten mehr Unternehmenspleiten.

Uneinheitliche Entwicklung in Europa

Während Westeuropa mit steigenden Insolvenzen kämpft, zeigt sich in Osteuropa ein gegenteiliger Trend. Dort sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um mehr als sieben Prozent.

Allerdings bleiben die Werte auch dort in vielen Branchen hoch. Vor allem Bau und Dienstleistungen sind weiterhin stark belastet, nicht zuletzt durch Nachholeffekte nach dem Ende staatlicher Corona-Hilfen.

Dienstleister und Handel unter Druck

Besonders stark betroffen sind Dienstleistungsunternehmen, deren Insolvenzzahlen deutlich zulegten. Auch im Handel und Gastgewerbe stiegen die Fallzahlen weiter, wenn auch weniger stark als im Vorjahr.

Die schwache Konsumstimmung und steigende Preise verschärfen die Lage in diesen Branchen zusätzlich.

Industrie und Bau stabilisieren sich leicht

Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Insolvenzen moderat, während sich das Baugewerbe nach starken Zuwächsen im Vorjahr weitgehend stabilisierte. Dennoch bleibt die Situation angespannt.

Auch USA mit steigenden Insolvenzen

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Vereinigten Staaten. Dort erreichte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2025 den höchsten Stand seit fünf Jahren. Hauptgründe sind hohe Zinsen und restriktivere Kreditbedingungen, die Sanierungen erschweren.

Unsicherer Ausblick für 2026

Für das laufende Jahr bleibt die Entwicklung schwer vorhersehbar. Experten halten einen weiteren Anstieg der Insolvenzen für wahrscheinlich, insbesondere wenn wirtschaftliche und geopolitische Belastungen anhalten.

Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich Europa nicht nur in einer konjunkturellen Schwächephase befindet, sondern vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen steht.

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