/// Korrektur (30.07.2026): In einer vorherigen Version des Artikels wurde fälschlicherweise die Marke Venjakob der A. Venjakob GmbH & Co. KG als Teil der Interlübke-Gruppe genannt. Dies ist nicht korrekt, weshalb der entsprechende Satz entfernt wurde.
Der insolvente Designmöbelhersteller Interlübke, die als Lübke GmbH firmiert, hat eine neue Eigentümerin gefunden. Mit der Übernahme durch Langhorst-Gruppe wird der Fortbestand der traditionsreichen Marke gesichert. Laut Unternehmensmitteilung bleibt ein „großer Teil“ der Arbeitsplätze. In einem angespannten Marktumfeld gilt die Transaktion als seltenes positives Signal für die deutsche Möbelindustrie.
Regionaler Investor übernimmt und sichert Fortführung
Mit Interlübke erweitert Langhorst sein Portfolio um eine etablierte Premiummarke mit hoher Designkompetenz und internationaler Reputation. Die regionale Nähe sowie die bestehende industrielle und vertriebliche Struktur gelten als wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration und Weiterentwicklung.
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Externe Krisen führten in die Insolvenz
Die Lübke GmbH hatte Ende April 2026 Insolvenz angemeldet. Ausschlaggebend waren vor allem externe Belastungen, die sich in kurzer Zeit massiv verschärften. Insbesondere stark gestiegene Energiekosten trafen das Unternehmen hart, da das Werk in Rheda-Wiedenbrück mit Heizöl betrieben wird. Allein hierdurch entstanden monatliche Mehrkosten von rund 50.000 Euro.
Zusätzlich verteuerten sich Transportkosten sowie zentrale Rohstoffe wie Holz und Lack erheblich. Gleichzeitig führte die wirtschaftliche Unsicherheit zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung, insbesondere im Premiumsegment. Die Kombination aus steigenden Kosten und rückläufiger Nachfrage brachte das Unternehmen letztlich in eine finanzielle Schieflage.
Sanierung war bereits auf Fortschrittskurs
Bereits vor der Insolvenz hatte sich Interlübke in einem umfassenden Restrukturierungsprozess befunden. Die Unternehmer Ralf und Frank Oehmke hatten das Unternehmen 2022 übernommen und gezielt modernisiert. Investitionen in Fertigung, Prozesse und neue Vertriebskanäle zeigten Wirkung und verbesserten die wirtschaftliche Lage schrittweise.
Der Jahresverlust konnte von rund 1,5 Millionen Euro auf etwa 250.000 Euro im Jahr 2025 reduziert werden. Nach Einschätzung der bisherigen Eigentümer war die Sanierung grundsätzlich erfolgreich angelaufen, wurde jedoch durch die außergewöhnlichen externen Belastungen ausgebremst.
Traditionsmarke erhält neue Perspektive
Interlübke blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer international anerkannten Marke für hochwertige Designmöbel. Trotz früherer Krisen und Eigentümerwechsel blieb die Marke im Premiumsegment fest etabliert.
Mit der jetzt erfolgten Übernahme erhält Interlübke nun eine neue langfristige Perspektive. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie stark die Möbelindustrie weiterhin unter hohen Kosten, schwacher Baukonjunktur und zurückhaltendem Konsum leidet. Die erfolgreiche Übernahme unterstreicht jedoch, dass etablierte Marken mit klarer Positionierung auch in einem schwierigen Umfeld Chancen auf einen Neustart haben.






