Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen aus China bereitet vielen Unternehmen in Deutschland zunehmend Sorgen. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen zahlreiche Betriebe mit erheblichen Folgen, falls Peking seine Exportbeschränkungen für Rohstoffe wie Seltene Erden, Lithium oder Gallium weiter verschärft. Besonders betroffen wären Industrieunternehmen, die diese Materialien direkt oder indirekt für ihre Produktion benötigen.
Viele Unternehmen befürchten Produktionsausfälle
Von den Unternehmen, die kritische Rohstoffe beziehen, erwarten 60 Prozent Produktionsstopps oder Verzögerungen bei einer weiteren Einschränkung chinesischer Exporte. 88 Prozent gehen von steigenden Beschaffungskosten aus, 71 Prozent rechnen mit Lieferengpässen. Rund vier von zehn Unternehmen befürchten zudem den Verlust von Kunden infolge möglicher Versorgungsprobleme.
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Metall-, Elektro- und Autoindustrie besonders betroffen
Die größten Risiken sieht die Studie in der Metall- und Elektroindustrie sowie im Fahrzeugbau. Im Verarbeitenden Gewerbe nutzt knapp jedes fünfte Unternehmen kritische Rohstoffe direkt oder indirekt, in der Metall- und Elektroindustrie liegt der Anteil sogar bei mehr als einem Viertel. Lieferausfälle könnten dort die Produktion erheblich beeinträchtigen.
Unternehmen investieren in mehr Versorgungssicherheit
Viele Betriebe haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern zu reduzieren. Dazu zählen eine höhere Materialeffizienz, langfristige Lieferverträge sowie eine breitere Diversifizierung der Lieferanten. 41 Prozent der Unternehmen wären bereit, Rohstoffe aus sicheren Herkunftsländern auch bei deutlich höheren Preisen zu beziehen. Weitere 42 Prozent würden alternative Bezugsquellen akzeptieren, sofern die Mehrkosten begrenzt bleiben.
Europa soll Rohstoffversorgung beschleunigen
Mit dem Critical Raw Materials Act verfolgt die Europäische Union das Ziel, die Förderung, Verarbeitung und das Recycling kritischer Rohstoffe auszubauen. Nach Einschätzung des IW schreitet die Umsetzung jedoch bislang nur langsam voran. Lange Genehmigungsverfahren und begrenzte alternative Bezugsquellen erschweren den schnellen Abbau bestehender Abhängigkeiten.
IW fordert politische Unterstützung
Das Institut sieht neben den Unternehmen auch die Politik in der Verantwortung. Um die Versorgung langfristig zu sichern, seien Investitionen in den Abbau kritischer Metalle, der Ausbau von Recyclingkapazitäten sowie eine stärkere Diversifizierung der Lieferketten notwendig. Nur so lasse sich die Abhängigkeit von China nachhaltig verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sichern.





