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Deutschland genehmigt JD-Übernahme von Ceconomy – Blick rückt auf EU

MediaMarkt Logo auf einer Haeuserfassade
Foto: Joeppoulssen / depositphotos.com

Key takeaways

Die Bundesregierung hat die Übernahme von Ceconomy durch JD.com genehmigt. Doch EU-Prüfung und fehlende Freigaben in Österreich und Spanien lassen den milliardenschweren Deal weiterhin offen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Übernahme der Ceconomy AG durch den chinesischen E-Commerce-Konzern JD.com hat eine zentrale regulatorische Hürde genommen. Mit der außenwirtschaftlichen Freigabe der Bundesregierung, die kurz nach dem Treffen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche und dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao gefällt wurde, rückt der milliardenschwere Deal ein entscheidendes Stück näher. Dennoch bleibt der Abschluss weiterhin unsicher, da mehrere internationale Genehmigungen sowie eine vertiefte Prüfung durch die Europäische Kommission noch ausstehen.

Bundesregierung erteilt entscheidende Freigabe

Mit der Zustimmung der Bundesregierung ist eine wesentliche Voraussetzung für das öffentliche Übernahmeangebot erfüllt. Die außenwirtschaftliche Investitionsprüfung wurde erfolgreich abgeschlossen, nachdem bereits zuvor das Bundeskartellamt grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben hatte. Damit sind die regulatorischen Anforderungen auf deutscher Seite weitgehend erfüllt. Offen bleiben jedoch Genehmigungen in Österreich und Spanien sowie die Bewertung der Transaktion auf europäischer Ebene.

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Strategische Bedeutung für beide Unternehmen

Die geplante Übernahme hat erhebliche strategische Tragweite. JD.com würde sich mit Ceconomy einen der größten Elektronikhändler Europas sichern. Zum Konzern gehören unter anderem die Marken MediaMarkt und Saturn, die gemeinsam ein weit verzweigtes Filialnetz mit mehr als 1.000 Standorten betreiben. Für JD.com bedeutet dies einen bedeutenden Schritt zur Expansion außerhalb des chinesischen Heimatmarktes und den Zugang zu etablierten stationären Strukturen in Europa. Ceconomy wiederum erhofft sich durch den Einstieg umfangreiche Investitionen in Digitalisierung, Logistik und datengetriebene Geschäftsmodelle.

EU-Prüfung rückt in den Mittelpunkt

Besondere Aufmerksamkeit gilt der laufenden Untersuchung der Europäischen Kommission. Erstmals wird bei einer großen Übernahme eines chinesischen Unternehmens die neue Foreign Subsidies Regulation umfassend angewendet. Die EU prüft, ob staatliche Unterstützungsmaßnahmen aus China JD.com unfaire Wettbewerbsvorteile verschafft haben könnten. Im Fokus stehen mögliche Subventionen, steuerliche Vorteile und günstige Finanzierungsbedingungen. JD.com weist diese Vorwürfe zurück und betont, die Transaktion werde ausschließlich über private Mittel finanziert.

Offene Verfahren in Europa bleiben Risikofaktor

Neben der EU-Prüfung laufen weiterhin Investitionskontrollen in Österreich und Spanien. Insbesondere in Österreich hatte sich das Verfahren zuletzt verzögert. Sollten einzelne Länder die Genehmigung verweigern, könnten strukturelle Anpassungen notwendig werden. Branchenkreise halten es für denkbar, dass einzelne Landesgesellschaften veräußert oder organisatorisch ausgegliedert werden, ohne den gesamten Deal scheitern zu lassen. Der Fokus der Transaktion liegt jedoch klar auf dem deutschen Markt, der innerhalb der Ceconomy-Gruppe die größte wirtschaftliche Bedeutung hat.

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